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DEUTSCHLAND Сборник текстов на немецком языке Составила Е.К. Пономарёва Волгоград 2011 УДК 803.0:910 (076.5) ББК 81.432.4-923 D 48Рецензенты: кандидат педагогических наук, доцент Н.Я. Слободкина; кандидат педагогических наук, доцент Н.А. Вишневецкая; кандидат педагогических наук, доцент О.П. Корниенко Утверждено редакционно-издательским советом университета в качестве учебно-практического пособия к изучению курса страноведения Deutschland [Электронный ресурс] : сборник текстов на D 48 немецком языке : учебно-практическое пособие к изучению курса страноведения. Электронные текстовые данные (МБ)...
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DEUTSCHLAND Сборник текстов на немецком языке

Составила Е.К. Пономарёва Волгоград 2011,

УДК 803.0:910 (076.5) ББК 81.432.4-923 D 48

Рецензенты: кандидат педагогических наук, доцент Н.Я. Слободкина; кандидат педагогических наук, доцент Н.А. Вишневецкая; кандидат педагогических наук, доцент О.П. Корниенко Утверждено редакционно-издательским советом университета в качестве учебно-практического пособия к изучению курса страноведения

Deutschland [Электронный ресурс] : сборник текстов на D 48 немецком языке : учебно-практическое пособие к изучению курса

страноведения. Электронные текстовые данные (МБ) / сост. Е.К.

Пономарёва ; М-во образования и науки Росс. Федерации, Волгогр. гос. архит.-строит. ун-т. Волгоград : ВолгГАСУ, 2011. ISBN 978-5-98276-434-8

Учебное электронное издание комбинированного распространения: 1 CD-диск. Системные требования: РС 486 DX-33; Microsoft Windows XP; 2-скоростной дисковод CD-ROM; Adobe Reader 6.0. № гос. регистрации Официальный сайт Волгоградского государственного архитектурно- строительного университета. Содержатся адаптированные и аутентичные тексты, посвященные различным аспектам жизни современной Германии, а также исторический экскурс. Для студентов всех специальностей 1—2 курсов очной и дистанционной форм обучения, а также для лиц, получающих второе высшее образование по специальности «Переводчик в сфере профессиональной коммуникации». Материал рассчитан как на аудиторную, так и самостоятельную работу студентов. УДК 803.0:910 (076.5) ББК 81.432.4-923 ISBN 978-5-98276-434-8 © Государственное образовательное учреждение высшего профессионального образования «Волгоградский государственный архитектурно-строительный университет», 2011, Оглавление TEIL 1 1. Deutschland (Allgemeines)……………………………………………..…………… 5 2. Geographische Lage, Landschaft und Klima……………………………... 5 3. Menschen. Ausländische Mitbürger. Regionale Unterschiede……………………… 7 4. Deutsche Sprache…………………………………………………...……... 9 5. Staatsaufbau der BRD ………………………………………………………………. 10 6. Wiedervereinigung Deutschlands (kurzer Überblick)………………………………. 11 7. Wirtschaft……………………………………………………………….…………… 12 TEIL 2 8. Zur Geschichte der Wiedervereinigung……………………………………………… 14 9. Jahre nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches………………….…………… 16 10. Währungsreform……………………………………………………………………. 17 11. Soziale Marktwirtschaft…………………………………………………………….. 17 12. Das Vereinte Deutschland und die Europäische Union……………………………. 18 13. Inmitten des Wohlstands. Die Zahl der Reichen wie der Armen wächst... 19 14. Kultur………………………………………………………………..……………… 19 14.1. Feste und Bräuche………………………………………………………... 19 14.2. Museen……………………………………………………………………….. 21 14.3. Theater……………………………………………………………………….. 22 14.4. Musik ………………………………………………………………………... 23 14.5. Festspiele ……………………………………………………………………. 23 14.6. Ballett…………………………………………………………... 23 14.7. Kino………………………………………………………………………….. 23 15. Deutschland als Reiseziel………………………………………………... 24 16. Fremdes und Eigenes. „Die Deutschen essen alles auf“…………………………… 27 Библиографический список……………………………………………………………… 28, Цель данного пособия — дать информацию о географии, истории, политической жиз- ни, экономике и культуре Германии. Предполагается поэтапное изучение данных лингвострановедческих текстов. В пер- вой части представлены основные сведения о Германии. Здесь приведены тексты, после которых дается пояснение незнакомых слов. Контроль понимания — ответы на вопросы к текстам. Вторая часть содержит аутентичные тексты, которые глубже и шире освещают лин- гвострановедческий материал, поэтому требуется использование словаря. Здесь предла- гаются следующие виды работы: чтение текстов и составление краткого конспекта; чтение отдельных текстовых фрагментов с целью извлечения главного; поиск незнакомых слов, составление словаря и работа над языковым материалом текстов; составление плана к текстам; аннотирование; реферирование; обучение пересказу.,

TEIL 1

1. Deutschland (Allgemeines) Das Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland ist rund 357 000 km2 groß. Die längste Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt in der Luftlinie 876 km, von Westen nach Osten 640 km. Die äußersten Grenzpunkte sind: List auf der Insel Sylt im Norden, das sächsische Deschka im Osten, das bayerische Oberstdorf im Süden und Selfkant (Nordrhein — Westfalen) im Westen. Die Grenzen der BRD haben eine Länge von insgesamt 3758 km. Deutschland zählt rund 81,8 Mio. Einwohner. Die BRD ist nach Russland der bevölkerungsreichste Staat Europas. 2. Geographische Lage, Landschaft und Klima Die Bundesrepublik Deutschland liegt in Mitteleuropa. Sie grenzt im Norden an Dänemark, im Osten an Polen und die Tschechische Republik, im Süden an Österreich und die Schweiz und im Westen an Frankreich, Luxemburg und die Niederlande. In physisch-geographischer Hinsicht gliedert sich Deutschland von Norden nach Süden in 4 Hauptlandschaften: die Nord- und Ostseeküste mit Inseln und Halbinseln; das Norddeutsche Tiefland; die Mittelgebirge; das Alpenvorland mit dem Alpenrand. Die wichtigsten Flüsse sind: der Rhein mit seinen Nebenflüssen (der Mosel, dem Neckar und dem Main), die Ems, die Weser, die Elbe und die Oder, die nach Norden fließen. Die Donau fließt von Westen nach Osten und verbindet Süddeutschland mit Österreich und mit den Ländern Südosteuropas. Diese Hauptströme sind durch Kanäle miteinander verbunden. Talsperren ermöglichen eine ausgeglichene Wasserversorgung und dienen dem Umweltschutz. Die wichtigsten deutschen Inseln in der Ostsee sind Fehmarn, Rügen und Usedom. Die meisten Seen des Norddeutschen Tieflandes liegen im Nordosten Deutschlands. Die größten Seen sind der Müritzsee (117 km2), der Schweriner See (63 km2), der Plauer See (39 km2) und der Kummerower See (33 km2). Die Mittelgebirge bestehen aus geologisch sehr alten Gesteinen und sind dicht bewaldet. Massig und steil ragt das nördlichste Mittelgebirge aus Ebene auf — der Harz. Der dicht bewaldete Harz ist an Naturschönheiten reich. Der höchste Berg des Harzes ist der Brocken (1142 m)., Im Südwesten des Mittelgebirgslandes liegt die Oberrheinische Tiefebene. Sie erreicht Höhen von 200 m, und im Relief fehlen größere Höhenunterschiede. Die Oberrheinische Tiefebene weist ein sehr mildes Klima auf. Sie wird durch die sie umgebenen Mittelgebirge von kalter Luft geschützt. Im Westen sind es die Vogesen, und im Osten der Schwarzwald. Der Schwarzwald ist ein wichtiges Erholungsgebiet mit zahlreichen heilklimatischen Kurorten. An der Grenze zur Schweiz und zu Österreich befindet sich der größte See der BRD der Bodensee. Der höchste Berg der BRD ist die Zugspitze (2962 m) in den Bayerischen Alpen. Klimatisch liegt Deutschland im Bereich der gemäßigt kühlen Westwindzone zwischen den Atlantischen Ozean und dem Kontinentalklima im Osten. Grosse Temperaturschwankungen sind selten. Niederschlag fällt zu allen Jahreszeiten. Im Winter schwankt die Durchschnittstemperatur zwischen 1,5 Grad Celsius im Tiefland und minus 6 Grad im Gebirge. Die Mittelwerte im Juli liegen bei 18 Grad Celsius im Tiefland und bei 20 Grad in den geschützten Tälern des Südens. Wörterliste -s Staatsgebiet территория государства -s Tiefland низменность die Mittelgebirge средневысокие горы -s Alpenvorland предгорье Альп -e Talsperre плотина -e Wasserversorgung водоснабжение -s Gestein горная порода -e Ebene равнина der Niederschlag осадки -e Durchschnittstemperatur средняя температура -r Mittelwert среднее значение die Temperaturschwankungen температурные колебания -e Ausdehnung протяженность -s Tal долина -r Fremdenverkehr туризм Fragen 1. Wie lässt sich die geographische Lage Deutschlands charakterisieren? 2. Welche Staaten sind Nachbarstaaten Deutschlands? 3. Wie groß ist das Staatsgebiet der BRD? 4. Wo liegen die äußersten Grenzpunkte? 5. Wie viel Einwohner zählt die BRD? 6. Wie sind die deutschen Landschaften? 7. Wie lässt sich Deutschland landschaftlich von Norden nach Süden teilen? 8. Wie heißen die wichtigsten Inseln? 9. Welche der beliebten Fremdenverkehrsorte der deutschen Alpen kennen Sie?, 10. In welchem klimatischen Bereich liegt Deutschland? 11. Wie groß sind die Temperaturschwankungen? 12. Zu welchen Jahreszeiten gibt es Niederschlag? 13. Wie sind die Durchschnittstemperaturen im Winter (im Sommer)? 3. Menschen. Ausländische Mitbürger. Regionale Unterschiede Deutschland wird von 81,8 Mio. Menschen (darunter 7,2 Mio. Ausländer) bewohnt. Die Bevölkerungsdichte beträgt von 229 Menschen pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung in Deutschland ist räumlich sehr unterschiedlich verteilt. Die Region Berlin umfasst 5,5 Mio. Menschen. Im Industriegebiet an Rhein und Ruhr, wo die Städte ohne deutliche Abgrenzung in einander übergehen, leben mehr als 11 Mio. Menschen — etwa 1200 pro Quadratkilometer. Weiter sind das Rhein-Main-Gebiet mit den Städten Frankfurt, Wiesbaden und Mainz, die Industrieregion im Rhein-Neckar-Raum mit Mannheim und Ludwigshafen, das Wirtschaftsgebiet um Stuttgart sowie die Einzugsbereiche von Bremen, Dres- den, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Nürnberg. Der Westen Deutschland ist wesentlich dichter besiedelt als der Osten. Mit 10,5 Geburten auf 1000 Einwohner pro Jahr zählt Deutschland trotzdem zu den Ländern mit der niedrigsten Geburtenrate der Welt. Der Aufstieg der Bevölkerungszahlen nach dem zweiten Weltkrieg war im Wesentlichen durch Zuwanderung bedingt. Deutschland ist ein ausländerfreundliches Land, 7,2 Mio. sind Ausländer. Sie sind gern nach Deutschland gekommen und im Land geblieben. Jahrzehntelang war das Zusammenleben unproblematisch. Der Kreis der ersten Gastarbeiter, zu den die Italiener, Spanier und Portugiesen, sowie Jugoslawen und Türken gehör- ten, weitete sich. Es gaben gelegentliche Spannungen im Alltag. Die aber wurden kollegial und freundlich aufgewogen. Das Zusammenwachsen der Europäischen Union (EU) und des Westens, die Auflösung des Ostblocks sowie die Zuwanderung aus asiatischen und afrikani- schen Ländern bedingte eine deutliche Zunahme von Ausländern verschiedenster Hautfarbe in Deutschland. Seit langem bilden die Türken mit mehr als 2 Mio. die größte Gruppe unter den Ausländern. Die Zahl der Jugoslawen beträgt 798 000 Menschen. Das deutsche Volk ist im Wesentlichen aus verschiedenen deutschen Stämmen wie Franken, Sachsen, Schwaben und Bayern zusammengewachsen. Heute sind diese alten Stämme in ihrer ursprünglichen Gestalt längst nicht mehr vorhanden, doch leben ihre Traditionen und Dialekte in diesen regionalen Gruppen fort. Unterschiedliche charakteristische Eigenschaften werden der Volksgruppen von alters her zugeschrieben. So gelten die Mecklenburger als verschlossen, die Schwaben als sparsam, die Rheinländer als lebenslustig und die Sachsen als fleiβig und pfiffig., Wörterliste die Mitbürger сограждане -r Gastarbeiter рабочий-иностранец -e EU (Europäische Union) ЕС, Европейский союз -e Auflösung роспуск, распад -e Zuwanderung приток населения (об эмигран- тах и приезжающих) -e Zunahme рост, увеличение -e Bevölkerungsdichte плотность населения -s Ballungsgebiet территория с высокой плотно- стью населения -s Wirtschaftsgebiet экономическая область -r Einzugsbereich зд.: территория заселения -e Geburtenrate кривая рождаемости -e Zuwanderung приток людей, переселение -e Mehrheit большинство -r Stamm зд.: племя aufwiegen (o,o) преодолевать zuschreiben приписывать ansteigen увеличиваться ausländerfreundlich = gastfreundlich гостеприимный gelegentlich случайный, возможный pfiffig хитрый, ловкий räumlich зд.: географический, территори- альный von alters her издавна im Alltag в быту Fragen 1. Warum nennt man Deutschland ein gastfreundliches Land? 2. Wie viel Ausländer wohnen in der BRD? 3. Wie werden gelegentliche Spannungen aufgewogen? 4. Welche Gruppe der Ausländer ist seit langem die größte? 5. Welche charakteristischen Eigenschaften werden verschiedenen Volks- gruppen seit alters her zugeschrieben? 6. Wie groβ ist die Bevölkerung Deutschlands? 7. Wie viel Ausländer leben in Deutschland? 8. Wie groß ist die Bevölkerungsdichte? 9. Wie ist die Bevölkerung räumlich verteilt? 10. Wie viele Menschen leben in der Region Berlin? 11. Wie groß ist die Bevölkerungsdichte im Industriegebiet an Rhein und Ruhr? 12. Wie ist der Westen Deutschlands besiedelt?, 13. Wie viel Großstädte gibt es in Deutschland? 14. Wo wohnt die Mehrheit der Bevölkerung? 15. Wie ist die Geburtenrate von heute? 16. Aus welchen Stammen ist das deutsche Volk zusammengewachsen? 4. Deutsche Sprache Deutsch gehört zur Großgruppe der indogermanischen Sprachen und ist mit der dänischen, der norwegischen und der schwedischen Sprache, mit dem Nieder- ländischen und Flämischen, aber auch mit dem Englischen verwandt. Die Ausbildung einer gemeinsamen Hochsprache geht auf die Bibelübersetzung durch Martin Luther zurück. Deutschland ist reich an Mundarten. An Dialekt und Aussprache kann man bei den meisten Deutschen erkennen, aus welcher Gegend sie stammen. Wenn z.B. ein Friese oder ein Mecklenburger und ein Bayer sich in ihrer reinen Mundart unterhielten, hätten sie große Schwierigkeiten, einander zu verstehen. Außerhalb Deutschlands wird Deutsch als Muttersprache in Österreich, in Liechtenstein, im größten Teil der Schweiz, in Südtirol (Norditalien) und in kleineren Gebieten in Belgien, Frankreich (Elsass) und Luxemburg entlang der deutschen Grenze gesprochen. Auch die deutschen Minderheiten in Polen, Rumänien und in den Ländern der ehemaligen SU haben die deutsche Sprache zum Teil bewahrt. Deutsch ist die Muttersprache von mehr als 100 Mio. Menschen. Etwa jedes zehnte Buch, das weltweit erscheint, ist in deutscher Sprache geschrieben. Unter den Sprachen, aus denen übersetzt wird, steht Deutsch nach English und Fran- zösisch an dritter Stelle, und Deutsch ist die Sprache, in die am meisten über- setzt wird. Wörterliste -e Ausbildung зд.: формирование -e Bibel Библия -e Mundart диалект -e Hochsprache литературный язык verwandt sein быть родственным bewahren сохранять Fragen 1. Zu welcher Großgruppe der Sprachen gehört Deutsch? 2. Mit welchen Sprachen ist Deutsch innerhalb dieser Gruppe verwandt? 3. Auf welche Epoche geht die Ausbildung einer gemeinsamen Hochsprache zurück? 4. Wie kann man bei den meisten Deutschen erkennen, aus welcher Gegend sie stammen, ohne sie danach zu fragen? 5. Können sich Deutsche verstehen, wenn sie in ihren reinen aber unterschied- lichen Mundarten sprechen?, 6. Wo wird Deutsch außerhalb Deutschland als Muttersprache gesprochen? 7. Für wie viele Menschen ist Deutsch die Muttersprache? 5. Staatsaufbau der BRD Deutschland ist der Bundesstaat, Rechtsstaat und Sozialstaat. Das demokrati- sche Prinzip besagt, dass die politische Willensbildung, alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht; dies geschieht der Form nach durch die Wahl von Abgeordneten zum Parlament. Die Verfassungsentscheidung für den Bundesstaat bedeutet, dass nicht nur dem Bund, sondern auch den 16 einzelnen Bundesländern die Qualität von Staaten zu- kommt. Das föderative Prinzip gibt den Bundesländern also das Recht, ihr staat- liches Leben im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung frei zu gestalten; es verpflichtet sie zugleich, an der Erfüllung zentraler Aufgaben mitzuwirken. Das Rechtsstaatsprinzip bindet die Staatsgewalt an Recht und Gesetz und unter- wirft sie der Überprüfung durch unabhängige Gerichte. Kernstück des Rechts- staatsprinzips ist die Gewaltenteilung. Nach dem Grundgesetz der Gewaltenteilung ist die Ausübung der Staatsgewalt auf verschiedene, voneinander unabhängige Staatsorgane aufgeteilt. Oberstes gesetz- gebendes Organ ist der deutsche Bundestag. Der deutsche Bundestag ist die Volks- vertretung der BRD. Seine Abgeordneten werden auf 4 Jahre gewählt. Die wichtigs- ten Aufgaben des Bundestages sind die Gesetzgebung, die Wahl des Bundeskanzlers und die Kontrolle der Regierung. Durch den Bundesrat, der das föderative Element im Staatsaufbau verkörpert, wirken die Länder an der Gesetzgebung mit. Der Bundesrat ist die Vertretung der Bundesländer, er wirkt an der Gesetzgebung mit. Der Bundesrat wird nicht gewählt, er besteht aus Mitgliedern der Landesregierungen. Jedes Land hat mindestens 3 Stimmen im Bundesrat. Staatsoberhaupt der BRD ist der Bundespräsident. Er wird von der Bundes- versammlung auf 5 Jahre gewählt. Die Bundesversammlung ist ein Verfassungs- organ, das aus den Bundestagsabgeordneten und einer gleichen Anzahl von Vertre- tern der Länderparlamente besteht. Die Aufgaben des Bundespräsidenten: 1. Auf seinen Vorschlag wird der Bundeskanzler vom Bundestag gewählt. 2. Der Bundespräsident ernennt die Bundesminister auf Vorschlag des Bundes- kanzlers. 3. Im Namen der BRD schließt der Bundespräsident Verträge mit ausländi- schen Staaten ab. 4. Die Bundesrichter, Bundesbeamten, Offiziere und Unteroffiziere werden von ihm ernannt und entlassen. 5. Auf Vorschlag des Bundespräsidenten wählt der Bundestag den Bundes- kanzler. Der Bundeskanzler hat eine starke Stellung in der BRD. Die von ihm aus- gewählten Mitglieder der Bundesregierung werden auf seinen Vorschlag vom, Bundespräsidenten ernannt und entlassen. Er bestimmt die Richtlinien der Regierungs- politik der BRD. Der Bundeskanzler trägt die Verantwortung für die Regierung gegen- über dem Parlament. Die Bundesregierung wird oft „Kabinett“ genannt. Sie besteht aus dem Bundeskanzler und den Bundesministern. Wörterliste -s Staatsoberhaupt глава государства -e Bundesversammlung федеральное собрание -e Verfassung конституция -r Bundestag бундестаг (парламент ФРГ) -r Bundesrat бундесрат (федеральный совет) -r Abgeordnete депутат -r Vertrag, -e, …träge договор abschließen заключать ernеnnen назначать entlassen увольнять Fragen 1. Wer steht an der Spitze der BRD? 2. Was für ein Organ ist die Bundesversammlung? 3. Wie sind die Aufgaben des Bundespräsidenten? 4. Welche Funktion hat der deutsche Bundestag? 5. Was für eine Vertretung ist der Bundestag? 6. Wer bestimmt die Richtlinien der deutschen Politik? 6. Wiedervereinigung Deutschlands (kurzer Überblick) Ab 1949 gab es 2 deutsche Staaten: die DDR und die BDR. Die beiden Staaten hatten ihre eigenen Regierungen, aber sie waren anfangs nicht völlig unabhängig. Die DDR stand unter dem Einfluβ der Sowjetunion, die BRD — von Groβ- britannien, Frankreich und den USA. In der DDR wird eine streng kontrollierte Grenze zur BRD errichtet. Berlin wird in zwei Hälften geteilt, zwischen Ost-Berlin und West-Berlin wird die Mauer aufgebaut. 1972 unterschreiben die Regierungen der DDR und der BRD einen Vertrag. Dank der Vorbewerbung der politischen und wirtschaftlichen Kontakte dürfen auch die Bundesbürger ihre Verwandten in der DDR besuchen. Im Herbst 1989 reisen viele Bürger der DDR durch Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik aus. Die Bürger der DDR fördern bald: freie Ausreise in die westlichen Länder, vor allem in die Bundesrepublik, freie Wahlen und freie Wirtschaft. Am 9. November 1989 bekommt die Berliner Mauer die ersten Löcher. Bald wird die Berliner Mauer völlig zerstört. Die Bürger der beiden deutschen Staaten, rufen zu Wiedervereinigung. Die Sowjetregierung trägt der Wiedervereinigung wesentlich bei. Im Juli 1990 erklärt die Sowjetregierung, daβ sie nichts gegen eine NATO — Mitgliedschaft des wiedervereinigten Deutschlands hat. Am 3. Oktober 1990 tritt die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Am 2. Dezember 1990 finden die ersten gesamtdeutschen Wahlen statt. Das Leben und die Perspektiven in Deutschland verändern sich. 7. Wirtschaft Die BRD gehört zu den größten Industrieländern. Ihrer wirtschaftlichen Gesamt- leistung nach steht sie in der Welt an der 4. Stelle; im Welthandel nimmt sie sogar den 2. Platz ein. Im Staat spielen sich die Marktvorgänge ab. Die Märkte entscheiden, welche und wie viele Güter erzeugt werden und wer wie viel davon erhält. Der Staat verzichtet fast vollständig auf direkte Eingriffe in die Preis- und Lohnbildung. Voraussetzung für das Funktionieren des Marktmechanismus ist der Wettbewerb. Das Grundgesetz der BRD enthält eine Reihe normativer Bestimmungen. Jedoch können Wirtschaftsbereiche ihre Tätigkeit nicht ausschließlich am Gewinn orientieren, sondern müssen den Interessen der ganzen Bevölkerung dienen, z.B. die Deutsche Bundespost und die Deutsche Bundesbahn. Die Post kann entlegene Dörfer nicht von ihren Diensten ausschließen und die Eisenbahn muss soziale Tari- fe anbieten. Deshalb achtet der Staat darauf, dass der Wettbewerb nicht zu sozial untragbaren Verhältnissen führt. Zu den wichtigsten sozialen Maßnahmen gehören auch der gesetzliche Mieterschutz, die Zahlung von Wohngeld an einkommens- schwache Bürger, die Förderung des Wohnungsbaus, die Sanierung und Moderni- sierung von alten Häusern u. a. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 begann die Privatisierung und Umstrukturierung der DDR-Wirtschaft sowie ihre Anpassung an die westdeutsche soziale Marktwirtschaft. Die Schwerpunkte der Industrie der BRD liegen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen, Saarland u.a. Zu den wichtigsten Industriezweigen gehören die eisenschaffende Industrie, die chemische Industrie, der Maschinenbau, der Straßenfahrzeugbau, die Luft- und Raumfahrtsindustrie, die Schiffbauindustrie, die elektrotechnische Industrie, die feinmechanische und op- tische Industrie sowie die Herstellung von Büromaschinen und Datenverarbeitungs- anlagen. Die bedeutendsten Zweige der Verbrauchsgüterindustrie sind die Textil- und die Bekleidungsindustrie sowie die Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Die BRD verfügt auch über leistungsfähige Landwirtschaft, die bäuerliche Familienbetriebe bestimmen. Die BRD ist Mitglied der Europäischen Gemeinschaft (EG). Als Ziele der gemein- samen Agrarpolitik wurden die Steigerung der Produktivität der Landwirtschaft und damit die Erhöhung ihres Einkommens. Die größten Handelspartner der BRD sind Frankreich und die Niederlande., Wörterliste -e Währung валюта -s Grundgesetz основной закон -s Einkommen доход -e Gesamtleistung совокупный доход -e Anpassung приспособление, приведение в соответствие -e Nahrung продовольствие, питание die Verbrauchsgüter товары народного потребления -e DDR (die Deutsche Demokrati- ГДР (Германская Демократиче- sche Republik) ская Республика) Fragen 1. Ist die BRD ein Industrieland? Begründen Sie Ihre Antwort. 2. Welche Rolle spielt das Grundgesetz der BRD in der Wirtschaftspolitik? Worauf achtet der Staat? 3. Was gehört zu den sozialen Maßnahmen? 4. Wo liegen die Schwerpunkte der Industrie der BRD? 5. Welche Industriezweige sind die wichtigsten? 6. Welche Ziele stellt sich die Europäische Gemeinschaft in der Agrarpolitik?,

TEIL 2

8. Zur Geschichte der Wiedervereinigung Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde Deutschland von den Siegermächten in vier Besatzungszonen aufgeteilt: die sowjetische im Osten, die britische im Nordwesten, die französische im Südwesten und die amerikanische im Süden. Berlin gehörte keiner der Zonen an, sondern wurde von den vier Mächten gemein- sam verwaltet; jede von ihnen besetzte einen Sektor. Die politischen Grundsätze sahen als Hauptziele vor: völlige Abrüstung und Entmilitarisierung Deutschlands; Auflösung aller faschistischer Organisationen; Außerkraftsetzung aller nazistischen Gesetze; Verbot jeder militaristischen Pro- paganda; Bestrafung von Kriegsverbrechern und aktiven Nazis; endgültige Um- gestaltung des deutschen politischen Lebens auf demokratischer Grundlage ein- schließlich der demokratischen Reform des Erziehungs- und Gerichtswesens sowie der staatlichen Verwaltung. Auf die Durchsetzung dieser Ziele waren wirtschaft- liche Grundsätze gerichtet. Es wurde beschlossen, das gesamte deutsche Kriegs- potenzial zu vernichten sowie eine wirksame Kontrolle über die ganze Wirtschaft zu errichten. 1947 verkündeten die USA das sogenannte Wiederaufbauprogramm, das als Marschallplan bekannt wurde. Es sah Warenlieferungen und Kredite der USA vor, die mit politischen und ökonomischen Bedingungen verknüpft waren. Die Wirtschaftshilfe seitens der USA sollte als Initialzündung wirken, weiter war nach den Prinzipien der Marktwirtschaft energisch die private Initiative zu fördern. Denn nirgends in der Welt ist es möglich gewesen, das Gebäude einer erfolg- reichen demokratischen Selbstregierung auf der Grundlage des Hungers und der wirtschaftlichen Unordnung zu errichten. Infolge des politischen und ideologischen Gegensatzes zwischen der Sowjet- union und den USA kam es zum Zerfall der Kriegskoalition der beiden Super- mächte. Das Ergebnis war die Teilung Deutschlands, Europas und der Welt in zwei Machtblöcke, von denen jeder seinen Einflussbereich auszubauen bzw. zu sichern versuchte. Die Jahre zwischen 1947 und 1962 werden als die Zeit des „kalten Krieges“ bezeichnet. Über 40 Jahre existierten auf deutschem Boden nicht zwei Staaten, es standen sich vielmehr zwei gegensätzliche Gesellschaftsordnungen gegenüber., So waren in vielen weiteren Jahren in der demokratisch-marktwirtschaftlichen Bundesrepublik einerseits und im real existierenden Sozialismus der DDR anderer- seits zwei unvereinbare ökonomische Systeme entstanden. Wie wollte man eine Gesellschaft, in der der Staat alles von oben herab regelte und plante, mit einem Land vereinigen, in dem die unternehmerische Entscheidung des Einzelnen im Zentrum steht. Die Einheit wurde überhaupt nur durch den vollkommenen Zusammenbruch der DDR möglich. Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik bei. Dieser Tag wurde so schnell über das Land gekommen, wie es niemand geglaubt hatte. Seit jener Zeit erleben die Deutschen Wechselbäder der Gefühle. Der Hochstim- mung jener Tage der Einheit folgte aber die Ernüchterung. Die langfristige Spal- tung hatte tiefe psychologische Folgen, die zu überwinden waren. Es erwies sich, dass sich die Menschen in Ost und West in den 40 Jahren der Teilung weiter aus- einander entwickelt haben. Diese unterschiedlichen Mentalitäten und Einstel- lungen, auch historische Belastungen zwischen Ost und West machten den Weg zur inneren Einheit ungleich schwieriger, als wenn es nur um Bewältigung der wirtschaftlichen, finanziellen, sozialen und ökologischen Probleme ginge. Die Deutschen dürften dabei nicht in Gewinner und Verlierer aufgeteilt werden. Die Einheit erwies sich für viele Menschen im Osten als eine schmerzhafte Erfahrung. 40 Jahre lassen sich nicht einfach ablegen wie ein altes Hemd. Die ehema- ligen DDR-Bürger sind voll Trauer über verlorene Träume, nicht Trauer um einen Staat, der diese Träume bereits getötet hatte, sondern Trauer darüber, wie sehr diese Träume diskreditiert wurden und wie schwer es sein wird, neue Träume zu entwickeln. Die Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West schritt trotz alledem nach und nach fort. Die Menschen würden das anerkennen, trotz aller bestehenden Sorgen und Belastungen. Ein „besonders ermutigendes Zeichen“ ist die Tatsache, dass die überwiegende Mehrzahl der Jugendlichen im Osten sagt, sie habe mit der neuen Zeit keine Probleme. Der Osten muss die Sprache des Westens lernen: aus dem Kollektiv wird ein Team, aus der Fahrerlaubnis — der Führerschein. Der Anpassungsprozess an westliche Löhne und westliche Leistungskriterien nahm vielen Menschen den Arbeitsplatz. Ein gewaltiger Finanztransfer von West- nach Ostdeutschland milderte oder löste viele Probleme der ehemaligen DDR: Umweltbelastungen wurden abgebaut, ein modernes Kommunikationssystem entstand, die heruntergekommenen Straßen wurden saniert und viele Häuser, die 1989 nur Ruinen waren, sind gerettet. Doch für die Umstellung der planwirtschaftlich aufgebauten Wirtschaft in ein funktionierendes System der Marktwirtschaft war nicht nur der Finanztransfer erfor- derlich, sondern auch die Umstellung des gesamten Managements. Neue Märkte mussten erschlossen, Zuliefersysteme neu aufgebaut, Mitarbeiter neu oder weiter qualifiziert werden. Nach und nach wurden die neuen Länder in den normalen Finanzausgleich einbezogen. Das Land wächst zusammen., 9. Jahre nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches Die Jahre nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches, vor allem zwischen 1945 und 1948, waren für Deutschland und jeden einzelnen Bürger „schwarze Jah- re“. Die meisten haben ihr Hab und Gut verloren, die Städte waren zerbombt, es fehlte überall an Nahrungsmitteln, Kleidung, Wohnungen und Gebrauchsgegens- tänden. Geld gab es in Hülle und Fülle, aber da ein entsprechendes Angebot fehlte, war die damalige Währung „Reichsmark“ (RM) praktisch wertlos. Um die Bevölkerung, darunter 12 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene, mit den lebensnotwendigen Gütern zu versorgen, war beispielsweise Brot, Fleisch, Fett, Zucker, Salz, Käse, Brennstoffe, Schuhe, Kleidung „rationiert“. Das heißt: Behörden versuchten, das Wenige gerecht zu verteilen; sie setzten für jeden Verbraucher bestimmte Mengen von Gütern fest. Diese Rationen wurden über Lebens- mittelkarten und Warenbezugsscheine zugeteilt. Was die Menschen tatsächlich bekamen, war oft viel weniger. Die vollständige Erfassung aller Güter gelang den Behörden nicht, und die Güterproduktion blieb weit hinter der Nachfrage zurück. Nach einer Statistik von 1946/47 hätte jeder Verbraucher nur alle 40 Jahre einen Anzug, alle 10 Jahre ein Oberhemd, alle 7 Jah- re einen Teller und alle 5 Jahre eine Zahnbürste erhalten können. Zum Kauf der ihm nach der Karte zustehenden Lebensmittel benötigte der Verbraucher im Monat rund 9,50 RM. Die Entwertung des Geldes und der Güter- mangel förderten das Entstehen des „Schwarzen Marktes“, auf dem der Tausch- handel blühte. Dort konnten Waren gegen Waren, beispielsweise Uhren gegen Kartoffeln, Schmuck gegen Speck, getauscht oder zu völlig überhöhten Preisen („Schwarzmarktpreise“) gekauft werden. Ein Pfund Kaffee kostete 400 RM; eine Glühbirne 50 RM. Neben der Reichsmark entstand die sogenannte „Zigaretten- währung“. Begehrte amerikanische Zigaretten übernahmen die Rolle eines aner- kannten Zahlungsmittels. So schwankte der Gegenwert für eine Zigarette, je nach Ort und Zeit verschieden, zwischen 5 und 15 Reichsmark. Der Wochenlohn eines Arbeiters reichte damals eben aus, um ein Päckchen Zigaretten zu bezahlen. Wer nichts hatte, was er zum Tausch anbieten konnte — und das war die Mehrzahl — litt große Not. Der Schwarzhandel verhinderte die wirksame staatliche Bewirt- schaftung der Güter, denn Bauern, Hersteller, ja selbst Behörden ließen sich viel- fach nur auf den verbotenen Tausch von Waren gegen Waren ein. In der schlimmsten Phase der Bewirtschaftung hat es 67 verschiedene Lebens- mittelkarten allein in der aus britischem und amerikanischem Besatzungsgebiet gebildeten „Bizone“ gegeben. Neben 21 Karten für Verbraucher aller Klassen exis- tierten 22 Sorten von Zulagekarten, 14 Arten von Berechtigungsscheinen, 2 Mehl- karten, 2 Bezugsnachweise für Kartoffeln, eine Eierkarte und dreierlei Tageskarten. Ein Schnürsenkel, eine Kerze, eine Nadel für die Nähmaschine waren unbezahlbare Schätze, halboffiziell nur in „Tauschzentralen“ zu haben, die überall aus dem Bo- den schossen, wie später in der Zeit des Aufschwungs die Ecken mit Gebraucht-, wagenhandlungen. Vier Feuersteine fürs Feuerszeug kosteten auf dem schwarzen Markt 14 RM. Beispiele für kleine Anzeigen in den wenigen Tageszeitungen von damals: „Biete Markenfüllhalter, neu, suche Briketts“. Oder: „Am Landgericht Hindenburgplatz braune Windjacke abhanden gekommen. Zeitgemäße Beloh- nung.“ Das bedeutete Zigaretten, die bei 12—15 Mark pro Stück pendelten. Auf den Straßen bückten sich seriöse Herren nach den Kippen. Erfinder wandelten mit Stöcken, die am unteren Ende mit einer Nadel zum Aufpicken versehen waren. Wo Güterzüge langsam fahren mussten, brachte die Bahn Stacheldrahtzäune. Kohlen- züge wurden regelmäßig geplündert. Auf den Straßen krochen Holzgaskraftwagen, deren Generator in einem Jahr den Vorrat von einem Hektar Wald verbrauchte. Forstleute, die auf diese Tatsache hinwiesen, fanden kein Gehör. Die Parole hieß: Überleben, den Anschluß an die nächste Ernte gewinnen. 10. Währungsreform Im Juni 1948 wurde die Währungsreform durchgeführt. Sie ordnete das Geld- wesen neu, leitete einen damals unvorstellbaren wirtschaftlichen Aufschwung ein und führte Schritt für Schritt zur Beseitigung des allgemeinen Elends. Jeder Bewohner der drei Westzonen, die von Amerikanern, Engländern und Franzosen besetzt waren, erhielt einen „Kopfbetrag“ von 60 Deutschen Mark (DM). 40 DM wurden am 20. Juni 1948 sofort ausgezahlt, 20 DM einen Monat später. Bereits wenige Tage nach Ausgabe des neuen Geldes füllten sich die Läden mit Waren, rauchten die Fabrikschornsteine, fuhren Lastwagen auf den Straßen und verschwand der Schwarze Markt. Das Geld war jedoch knapp, und die Verbraucher konnten ihren ungeheuren Nachholbedarf nur langsam befriedigen. Ihre Nachfrage konzentrierte sich zu- nächst auf die lang entbehrten Nahrungsmittel, dann auf Bekleidung und schließ- lich auf die Wohnung und ihre Einrichtung. Mann sagt, daß unmittelbar nach der Währungsreform eine „Eßwelle“ begann, die in den 50er Jahren von der „Bekleidungs- welle“ und später von der „Wohnungswelle“ abgelöst wurde. Die Anbieter folgten diesen Nachfragewellen, dehnten die Produktion gewinnbringend aus und vergrößer- ten das Warenangebot um ein Vielfaches. 11. Soziale Marktwirtschaft Mit der Währungsreform schlug die Geburtstunde der „Sozialen Marktwirt- schaft“. Lebensmittelkarte, Bezugsscheine, Schwarzer Markt verschwanden, das Geld wurde wieder anerkanntes Zahlungsmittel. Die staatliche Zwangsbewirt- schaftung lockerte sich, die Preise wurden nach und nach freigegeben, die Markt- kräfte erstarkten, das private Eigentum wurde in seine Rechte gesetzt. Der Bundes- wirtschaftsminister Prof. Dr. Ludwig Erhard stand an der Spitze der sozialen Marktwirtschaft. Er konnte die Ideen der sozialen Marktwirtschaft durchsetzen, die Freiheit und Gerechtigkeit kombinieren., Ein halbes Jahr nach der Währungs- und Wirtschaftsreform standen die Zei- chen auf Sturm. Die Preise kletterten in die Höhe. Die Schere zwischen Löhnen und Preisen klaffte weit auseinander. Die Gewerkschaften riefen für den 12. November 1948 zum Generalstreik auf, bei dem alle Arbeitnehmer die Arbeit nieder- legen sollten. Die soziale Marktwirtschaft stand auf der Kippe. Trotz der Rück- schläge und Widerstände hielt die Regierung am System der sozialen Marktwirt- schaft fest. Langsam verbesserte sich die Lage. Die Preise beruhigten sich, die Löhne stiegen, die Güterproduktion wuchs. Allerdings stieg die Zahl der Arbeits- losen von 450 000 (1948) auf zwei Millionen (1950). Danach sank die Arbeits- losigkeit jedoch schnell und machte der Vollbeschäftigung Platz. Nach dem Grundgesetz ist die soziale Marktwirtschaft zwar eine mögliche Ordnung, keineswegs aber die einzig mögliche. Die Väter des Grundgesetzes ha- ben 1949 die Entscheidung für ein bestimmtes Wirtschaftssystem offen gelassen. Im Grundgesetz gibt es aber einige Artikel, die in der sozialen Marktwirtschaft nach unseren Erfahrungen am besten verwirklicht werden. Nach bestehenden Gesetzen und Verordnungen werden sechs Freiheiten als Grundlage der Marktwirtschaft angesehen: Konsumfreiheit, Freie Berufswahl, Vertrags- freiheit, Niederlassungsfreiheit, Gewerbefreiheit und freier Wettbewerb. 12. Das Vereinte Deutschland und die Europäische Union Die mehr als vierzigjährige Teilung Deutschlands endete also am 3. Oktober 1990. An diesem „Tag der Deutschen Einheit“ wurde der Beitritt der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zur Bundesrepublik Deutschland wirksam. Das vereinte Deutschland besteht aus 16 Bundesländern — Staaten mit eigener Staatsgewalt und eigener Landesverfassung: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nieder- sachsen, Nordrhein Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen- Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Das vereinte Deutschland sieht sich vor der Herausforderung nach der äuβeren nun die „innere Einheit“ zu verwirklichen und den wirtschaftlichen Aufschwung in den neuen Bundesländern in Gang zu bringen. Diesem Ziel dient auch die vorran- gige Umsetzung der Verkehrsprojekte „Deutsche Einheit“. Mit ihnen werden gleichzeitig leistungsfähige West-Ost-Magistralen geschaffen, die auch den Verkehr mit den östlichen Nachbarländern erleichtern. Darüber hinaus wirkt Deutschland dabei mit, die europäische Einigung zu voll- enden. In der Europäischen Union (EU) entwickelt sich eine moderne arbeitsfahige Volkswirtschaft. Die wachsenden europaweiten Verkehrsströme lassen sich nicht mehr in den nationalen Grenzen ordnen, sondern erfordern ein europäisches Verkehrs- management. In diesem Sinne einigte sich der Rat der europäischen Verkehrs- minister im Oktober 1993 auf Leitschemata für ein europäisches Straßennetz, ein europäisches Binnenwasserstraβennetz und ein europäisches Netz für den kombi- nierten Verkehr. Für den Schienen-, Luft- und Seeverkehr liegen Leitschemata vor., Eine EU-Verordnung fasst alle gemeinschaftlichen Leitlinien für den Aufbau eines transeuropäischen Verkehrsnetzes zusammen. Eine weitere Dimension gemeinsamen Handelns soll die „Europäische Verkehrs- charta“ bringen. Auch die gesamt-europäischen Verkehrskonferenzen in Prag (1991) und auf dem Kreta (1994) haben beschlossen, die internationale Zusammen- arbeit im Verkehrsbereich zu verstärken. 13. Inmitten des Wohlstands. Die Zahl der Reichen wie der Armen wächst In der Statistik ist nicht alles zu lesen Die Reichen werden immer reicher, aber gleichzeitig wächst auch die Zahl der Armen. Es gibt immer mehr Obdachlose, die die Mieten in den Großstädten nicht bezahlen können. Aber nur dort haben die Menschen Chancen, einen Gelegenheitsjob zu finden. Im reichen Deutschland ist die „Armut auf dem Vormarsch“, beurteilte der Deutsche Gewerkschaftsbund neulich aufgrund der gestiegenen Zahl von Sozial- hilfe-Empfängern. In der alten Bundesrepublik sind rund vier Millionen auf die Sozialhilfe angewiesen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Das ist die eine Seite. Die andere Seite sieht so aus: Die Arbeitnehmer in der Bundesrepublik haben international beim Einkommen eine Spitzenstellung. Das sagt nicht etwa ein Vertreter der Arbeitgeber, sondern der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschafts- bundes, Heinz-Werner Meyer. Auch IG-Metall-Vorstandsmitglied Bleicher kommt zu dem Schluss, zwei Drittel der Bevölkerung hätten einen relativ hohen Lebens- standard, Vermögenswerte und Erbschaften nähmen zu. Und das Statistische Bundes- amt hat errechnet: Die Deutschen werden immer reicher. Armut und Reichtum, das sind gewiss sehr vage Begriffe. Für den Obdach- losen ist der im miesesten Hinterzimmer Wohnende wohl schon ein Reicher. Und der Arme in der Bundesrepublik ist ein Reicher, wenn man seine Situation vergleicht mit den Millionen in der Dritten Welt, die nichts haben und nicht wissen, wie sie den Hunger ihrer Kinder stillen sollen. 14. Kultur 14.1. Feste und Bräuche Advent. Vier Sonntage vor dem Weihnachtsfest beginnt die Adventszeit. In den Wohnungen und Kirchen, manchmal auch in Büros und Fabriken hängen Adventskränze mit vier Kerzen. Am ersten Sonntag wird die erste Kerze angezündet, am zwei- ten eine zweite Kerze dazu, usw., am letzten Sonntag vor Weihnachten brennen alle vier Kerzen. Kinder bekommen einen besonderen Kalender mit kleinen Fächern, in denen Schokoladenstücke stecken — eins für jeden Tag vom 1. Dezember bis Weihnachten., Nikolaustag. Am 6. Dezember ist der Nikolaustag. Am Abend vorher stellen die kleinen Rinder ihre Schuhe auf eine Fensterbank oder vor die Tür. In der Nacht, so glauben sie, kommt der Nikolaus und steckt Süßigkeiten und kleine Geschenke hinein. In vielen Familien erscheint der Nikolaus (ein verkleideter Freund oder Verwandter) auch persönlich. Früher hatten die Kinder oft Angst vor ihm, weil er sie nicht nur für ihre guten Taten belohnte, sondern sie auch mit seiner Rute dafür bestrafte, dass sie unartig gewesen waren. Weihnachten. Weihnachten ist das Fest von Christi Geburt. In den deutschsprachigen Ländern wird es schon am Abend des 24. Dezember, dem Heiligen Abend, gefeiert. Man schmückt den Weihnachtsbaum und zündet die Kerzen an, man singt Weihnachts- lieder (oder hört sich wenigstens eine Weihnachtsplatte an), man verteilt Geschenke. In den meisten Familien ist es eine feste Tradition, an diesem Tag zum Gottesdienst in die Kirche zu gehen. Ein Weihnachtsbaum stand schon im 16. Jahrhundert in den Wohnzimmern, vielleicht sogar noch früher. Damals war er mit feinem Gebäck geschmückt; im 17. Jahrhundert kamen Wachskerzen und glitzernder Schmuck dazu. Inzwischen ist der Weihnachtsbaum in aller Welt bekannt und steht auch auf Marktplätzen oder in den Gärten von Wohnhäusern. Für die Kinder ist Weih- nachten das wichtigste Fest des Jahres — schon wegen der Geschenke. Im Norden Deutschlands bringt sie der Weih- nachtsmann, angetan mit weißem Bart und rotem Kapu- zenmantel, in einem Sack auf dem Rücken. In manchen Familien, vor allem in Süddeutschland, kommt statt des Weihnachtsmanns das Christkind. Es steigt, so wird den Kindern erzählt, direkt aus dem Himmel hinunter zur Erde. Aber es bleibt dabei unsichtbar — nur die Geschenke findet man unter dem Weihnachtsbaum. Silvester und Neujahr. Der Jahreswechsel wird in Deutschland laut und lustig gefeiert. Gäste werden eingeladen oder man besucht gemeinsam einen Silvester- ball. Man isst und trinkt, tanzt und singt. Um Mitternacht, wenn das alte Jahr zu Ende geht und das kommende Jahr beginnt, füllt man die Gläser mit Sekt oder Wein, prostet sich zu und wünscht sich „ein gutes Neues Jahr“. Dann geht man hinaus auf die Straβe, wo viele ein privates Feuerwerk veranstalten. Heilige Drei Könige. Am 6. Januar ist der Tag der Heiligen Drei Könige: Kaspar, Melchior und Baltha- sar. Nach einer alten Legende, die auf eine Erzählung der Bibel zurückgeht, sahen diese drei Könige in der Nacht, in der Christus geboren wurde, einen hellen Stern, folgten ihm nach Bethlehem, fanden dort das Christkind und beschenkten es. Heute verkleiden sich an diesem Tag in katholischen Gegenden viele Kinder, als die drei Könige, gehen mit einem Stab, auf dem ein großer Stern steckt, von Tür zu Tür und singen ein Dreikönigslied. Dafür bekommen sie dann etwas Geld oder Süßigkeiten. Fasching und Karneval. Fasching, Karneval, Fastnacht: Diese Namen bezeich- nen Gebräuche am Winterende, die schon vor dem Christentum entstanden sind. Die Menschen wollten die Kälte und die Geister des Winters vertreiben. Die Bräu- che sind unterschiedlich, aber zwei Dinge sind immer dabei: Lärm und Masken. Besonders schön und intensiv feiert man am Rhein, von der Basler Fastnacht bis hinunter nach Mainz, Köln und Düsseldorf. Aber auch an vielen anderen Orten sind teilweise sehr alte Karnevalsbräuche lebendig geblieben. Heute ist der Karneval ein Teil des christli- chen Jahresablaufs. Da soll noch einmal gefeiert werden, ehe dann am Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt. Ostern. Zu Ostern feiern die Christen die Auferstehung von Jesus Christus aus seinem Grab. Aber auch die Osterbräuche sind wohl schon vor dem Christentum entstanden. Eine besondere Rolle spielen die Ostereier: gekochte Eier, die von den Kindern oder auch von den Erwachsenen bunt bemalt werden. Diese Ostereier werden zusammen mit eingepackten Schokoladeneiern, kleinen Osterhasen aus Schokolade und allerlei anderen Süßigkeiten im Garten versteckt, wo die Kinder sie dann suchen. Kleine Kinder glauben, dass der Osterhase die leckeren Sachen für sie im Garten versteckt hat. 14.2. Museen In Deutschland gibt es über 3000 Museen verschiedenster Art. Es sind Staatsgalerien oder Privatsammlungen, Schatzkammern oder Schlossmuseen- oder Freilichtmuseen, die die ländliche Wohn- und Hauskultur zeigen. Es gibt viele Kunstmuseen, darunter die „Alte Pinakothek“ in München oder die Gemälde- galerie in Berlin, es gibt Museen zu Geschichte und Volkskunde, zum Beispiel das Völker- kundemuseum in Berlin oder das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, und es gibt zahlreiche Spezialsammlungen, wie z.B. das Brotmuseum in Ulm oder das Spielzeug- museum in Nürnberg. Eines der berühmtesten Museen in Deutschland ist das Deutsche Mu- seum in München. Jedes Jahr kommen mehr als eine Million Besucher, um die hier ausgestell- ten Originale und Modelle aus der Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik zu sehen., Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik. Das Thema des Deutschen Museums in München ist die Entwicklung der Tech- nik und der Naturwissenschaften von den Anfängern bis heute. Es wird versucht, Höchstleistungen der Forschung, der Erfindung und der Gestaltung darzustellen und deren Bedeutung und Wirkung zu erklären. Das Deutsche Museum wirkt durch Ausstellungen, Veröffentlichungen und Vorträge. Daher umfasst das Mu- seum drei Bauteile: den Sammlungsbau, den Bibliotheksbau und den Kongressbau. Das Deutsche Museum wurde 1903 von Oskar von Miller gegründet und 1906 mit ersten Ausstellungen eröffnet. Wegen des ersten Weltkrieges und der Inflation wurde der Museumsbau erst 1925 fertig. Die Bibliothek wurde 1932 eröffnet, der Kongressbau im Jahre 1935. Nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg wurden die Sammlungen durch Um- und Ausbau vergrößert. Das Deutsche Museum hat jährlich ca. 1,5 Millionen Besucher. Mit ca. 55 000 Quadratmeter Ausstellungs- fläche ist es vermutlich das größte technisch-natur-wissenschaftliche Museum der Welt. Seine systematischen Dauerausstellungen umfassen die meisten Gebiete der Naturwissenschaften, vom Bergbau bis zur Astrophysik. Neben historischen Originalen, darunter wertvollen Unikaten wie dem ersten Automobil oder dem ers- ten Dieselmotor, bietet das Museum Modelle, Experimente und Demonstrationen zum Selbstbetätigen von Hand oder durch Knopfdruck. So liefert ein Besuch des Museums sowohl Informationen als auch Unterhaltung und Erlebnis. Besonde- re Ausstellungen behandeln aktuelle Themen. Regelmäßig finden Führungen und Vorführungen statt. Für Schüler- und Studentengruppen stehen Hörsäle für die Vor- und Nachbereitung zur Verfügung. 14.3. Theater Im 17. und 18. Jahrhundert gab es im Gebiet des heutigen Deutschland über hundert Königreiche und Herzogtümer und jedes hatte sein eigenes Hoftheater. Im 19. Jahrhundert begannen auch die Bürger in den Städten, Theater zu gründen. Heute gibt es deshalb in Deutschland sehr viele Theater und fast alle bekommen Geld von den Gemeinden und den Bundes- ländern — insgesamt über zwei Milliarden Mark. Im Durchschnitt sind die Ausgaben eines Theaters fünfmal so groß wie die Ein- nahmen aus dem Verkauf von Eintritts- karten. Die meistgespielten Theaterautoren sind Shakespeare, Schiller, Goethe, Shaw, Brecht und Moliere. Avantgardistische Stücke werden vor allem von kleinen Studiobühnen gebracht. Von den heutigen deutsch- sprachigen Autoren sind Rolf Hochhuth, Tankred Dorst, Botho Strauß und Franz Xaver Kroetz am bekanntesten., 14.4. Musik Zu keiner Zeit hat es so viel Musik und so viele Musikhörer gegeben wie heute. Das betrifft nicht nur die „Musikkonserven“ auf Kassette, Schallplatte oder CD; heute hören auch mehr Leute als je zuvor „leben- dige“ Musik. Es müssen nicht immer die Berliner Philharmoniker sein; auch in mitt- leren und kleinen Städten man gute Konzert- abende und Opernaufführungen erleben. Nicht nur klassische Musik findet ihre Hö- rer. In München und Frankfurt füllen die Jazzfans „ihre“ Lokale und Rock- und Pop- konzerte ziehen Tausende von jugendlichen Zuhörern an. Und es bleibt nicht beim Zuhören. In jedem größeren Dorf übt ein Gesangverein oder eine Blasmusik, fast jedes Gymnasium hat seine Schülerband, und in manchen Familien wird auch heute noch klassische oder volkstümliche Haus- musik gemacht. 14.5. Festspiele Musikfestspiele sind Höhepunkte im Kulturleben einer Stadt. Sie haben vor allem in Deutschland und Österreich eine lange Tradition. Berühmt sind die Wagner- Festspiele in Bayreuth und die Salzburger Festspiele, wo vor allem Mozart und die deutschen Klassiker aufgeführt werden. 14.6. Ballett Von den weit über tausend Balletttänzerinnen und -Tänzern, die in der Bundes- republik arbeiten, sind mehr als die Hälfte Ausländer. Sie tanzen hauptsächlich das klassische Repertoire; die neuen Inszenierungen, die auch gezeigt werden, sind bei weitem nicht so gut besucht. Am berühmtesten sind zur Zeit wohl das Stuttgarter und das Hamburger Ballett. 14.7. Kino In den Zwanziger Jahren war das deutsche Kino weltberühmt, aber der National- sozialismus trieb eine ganze Generation von Regisseuren in die Emigration. Auch nach dem zweiten Weltkrieg entstanden in Deutschland zunächst kaum Filme mit künstlerischer Bedeutung. Im Februar 1962 erklärten dann 26 junge Filmemacher, dass sie den „neuen deutschen Film“ schaffen wollten: kritisches Kino mit politi- schem Engagement. Das 1965 gegründete Kuratorium „Junger Deutscher Film“, förderte die jungen Filmautoren finan- ziell. Die älteren Leute bleiben heute lie- ber zu Hause. Etwa 80 Prozent aller Kino- besucher sind zwischen 14 und 29 Jahre alt. Noch immer sind amerikanische Fil- me am erfolgreichsten; aber auch einige deutsche Filme brachten schon Rekord- einnahmen. 15. Deutschland als Reiseziel Deutschland liegt von Alpen, Nord- und Ostsee eingerahmt, im Herzen Euro- pas und grenzt an Luxemburg, Belgien, Frankreich, die Niederlande, Dänemark, Polen, Tschechoslowakei, Österreich, die Schweiz. Der Reiz für Deutschlandbesucher dürfte wohl die regional unterschiedliche Kultur des Landes sein, die Vielfältigkeit der Charaktere, Traditionen, Menschen und Landschaften. Nord- und Ostsee. Die sieben ostfriesischen Inseln vor der deutschen Nordsee- küste zählen zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Es sind Borkum, Juist Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge. Zwischen den Inseln und dem Festland liegt fünf bis zwanzig Kilometer breit das Wattenmeer, das im Rhythmus von Ebbe und Flut zweimal täglich vom Meer verlassen und wieder überflutet wird. Ostfriesland mit der Stadt Bremen wurde von Seefahrt und Fischerei, Bauern- und Bürgerkultur geprägt, und altes Brauchtum wird hier nach wie vor gepflegt. Dass es mithin auch viele Sehenswürdigkeiten gibt, verwundert nicht: der Dom zu Bremen als Zeugnis der Baukunst des Hohen Mittelalters, die Alexanderkirche in Wildeshausen, das Jagdschloss Clemeswerth im Emsland, das Schloss zu Jever, die Residenz zu Oldenburg und nicht zuletzt die ostfriesischen Herrensitze, Rat- häuser und Stadtanlagen sowie die unzähligen Windmühlen, die das Land- schaftsbild prägen. Einen Besuch wert sind fraglos auch das Übersee- und das Focke- Museum in Bremen, das Landesmuseum in Oldenburg, die Kunsthalle in Emden oder einfach der Naturpark im Landkreis Diepholz. Bremen, im Jahr 787 zum Bischofssitz gemacht, ist mit seinem sehenswerten Marktplatz und der Liebfrauenkirche aus dem 13. Jahrhundert mit knapp 670.000 Einwohnern das kleinste Bundesland Deutschlands. Die Ostseeküste besteht aus flachen Sandstränden, Steilküsten, aus Buchten und Förden, die tief ins Land einschneiden. Eines der größten Ostseebäder ist Re- rik, welches bereits in den Urkunden Karls des Großen erwähnt wird. Vom dreißig Meter hohen, steil zur Brandung abfallenden Schmiedeberg bei Rerik kann man weit über Dünung und Salzhaff hinausschauen. Ein Kleinort mittelalterlicher Bau- kunst ist Wismar mit dem klassizistischen Rathaus, dem Fürstenhof und dem „Alten, Schweden“, dem bedeutendsten Bürgerhaus der Stadt aus dem Jahr 1380. Über ihr Panorama erhebt sich der Turm der zerstörten Marienkirche. Weiter im Osten liegen die bekannten Ostseebäder Warnemünde und Bad Doberan mit dem Backstein-Münster, 1295 von den Zisterziensern errichtet, sowie die Stadt Rostock. Sie ist nicht nur die größte Hafenstadt Mecklenburgs, sondern auch eine der schönsten. Marienkirche, Rathaus, die Kröpeliner Strasse und das Mi- chaeliskloster mit seinem reichen Kunstsammlungsladen sind durchaus sehenswert. Weiter östlich liegt die zweitgrößte deutsche Insel Usedom mit breiten, weißen Sandstränden; mehr als 200 Häuser auf der Insel sowie die Seebrücke von Ahlbeck sind als herausragende Beispiele der spätklassizistischen Bäderarchitektur unter Denkmalschutz gestellt worden. Hamburg. Die größte Stadt im Norden wird als Deutschlands Tor zur Welt bezeichnet: Hamburg (1,6 Mio. Einwohner). 14.000 Ozeanriesen laufen jährlich in den Hamburger Hafen ein, und die alte Speicherstadt erzählt von der langen Tradi- tion des Handels hier. Hagenbecks Tierpark lohnt ebenso einen Besuch wie der des Fischmarkts und natürlich der weltberühmten Reeperbahn mit „Schmidts Theater“, der „Ritze“ und vielem anderem auf St. Pauli. Ohne Zweifel bietet als eine Welt- stadt jedem Gast das Seine, als empfehlenswert neben zahlreichem anderem sind nur einige kleine architektonische und technische Leckerbissen nicht unerwähnt: die Börse, die historischen Häuser am Nikolaifleet aus dem 17. und 18. Jahr- hundert sowie die Köhlbrandbrücke. Franken und Schwäbische Alb. Franken mit seiner Barockstadt Würzburg ist unter anderem als Weinland bekannt. Würzburg hat eine malerische Innenstadt, zahlreiche Schlösser und Kirchen. Nicht weit von der Stadt befindet sich das Heilbad Bad Königshofen, wo zwei Natrium-Chlorid-Sulfat-Quellen sprudeln. Darüber hinaus bietet auch Franken zahlreiche Burgen, Schlösser und Ruinen, die man besuchen kann. Die Fränkische Schweiz liegt zwischen Bayreuth und Nürnberg. Hier gibt es zahlreiche Höhlen, Tropfsteinhöhlen wie z.B. die Teufelshöhle in Pottenstein, viel Wald und Flusstäler. Weiter südlich liegt der Bayerische Wald, die größte Waldlandschaft Mittel- europas, die dem Besucher klare Bäche und Waldseen sowie eine sehr reine Luft bietet, daneben sollte man unbedingt auch die Burg Falkenstein besichtigen. Westlich davon liegt die Frankenhöhe mit der Fränkischen Alb. Dieses alte Kulturland wird von Burgen, Schlössern, Klöstern und Kirchen aller Stile und Epochen geprägt. Das Zentrum der Region ist die alte Stadt Ansbach mit einer über 1200-jährigen Geschichte. Nicht weit davon entfernt lebte der berühmte deutsche Minnesänger Wolfram von Eschenbach. Im Norden liegt die Dürerstadt Nürnberg, die trotz der schweren Zerstörung im letzten Krieg nach wie vor Zeugnis des deutschen Mittelalters ablegt. Weiter im Westen finden wir die Schwäbische Alb, die als bekannte Ferienlandschaft die vielfältigsten Möglichkeiten für den Besucher bietet. Daneben bietet die Schwäbische Alb viele sehenswerte Städte und Städtchen. Die Region Stuttgart, wo die Heimat vieler Dichter und Denker ist (Hölderlin wur-, de in Lauffen, Schiller in Marbach, Kepler in Weil geboren) besteht zum einen aus Buchenwäldern, zum anderen aus Weinanbaugebiet. Stuttgart selbst bietet natür- lich viel Kulturelles, von Sportveranstaltungen über Theater, Ausstellungen und Konzerte. Den besten Blick über die Stadt hat man vom 217 m höhen Fernsehturm, von wo aus man die nach dem Weltkrieg wieder aufgebauten Baudenkmäler über- blicken kann. Dass im Winter die Schwäbische Alb ein hervorragendes Skizentrum ist, bedarf eigentlich kaum der Erwähnung. Schwarzwald. Der Schwarzwald, angrenzend an Frankreich und die Schweiz, ist eine ausgesprochen schöne Landschaft mit kleinen, romantischen Fachwerk- städtchen. Darüber hinaus gibt es hier im Schwarzwald vierzehn Heilbäder, fünfzehn Heilklimatische Kurorte, sowie neun Kneippkurorte. Der nördliche Schwarzwald zwischen Baden-Baden und Freudenstadt bietet in einer Höhe von über tausend Metern eine Aussicht von der Oberrheinebene bis nach Frankreich zu den Voge- sen. Es locken vor allem auch der Mummelsee, der Schliffkopf und die Schwar- zenbach-Talsperre, und im Winter sind vor allem die Skilanglaufloipen und die teils mit Flutlicht beleuchteten Abfahrtshänge mit den Liften attraktiv. Zwischen den Tannenwäldern, in tief eingeschnittenen Tälern, findet man noch so manchen alten Schwarzwaldhof mit tief gezogenen, holzschindelbedeckten Dächern, wo nach der Tradition Bauernbrot mit Speck angeboten wird. Im Sommer sind der Ti- tisee und der Schluchtsee hervorragende Plätze zum Bootfahren, Surfen und Schwimmen. Baden-Baden (50.000 E.), die „Schwarzwaldmetropole“, wird „Sommerhaupt- stadt des 19. Jahrhunderts“ genannt; hier kurten zahlreiche Zaren, Kaiser und Kö- nige, im riesigen Casino standen neben Lenau und Kaiser Wilhelm dem I. auch Dostojewskij und Gogol am Roulettetisch. Im südlichen Schwarzwald hat man von den höchsten Bergen aus einen herrli- chen Rundblick bis zu den Schweizer Alpen und nach Frankreich hinein. Folgt man weiter dem Rhein hinab, gelangt man an den fischreichen Bodensee, der zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt und dessen Fläche 538 km2 beträgt. Allgäu und Oberbayern. Das Allgäu ist eine Ferienregion. Die mehr als 30 Seen und etwa 130 beheizten Freischwimmbäder ermöglichen es dem Wasser- lieber, allen erdenklichen Vergnügungen nachzugehen, auch Golfer, Reiter, Tennis- fans können überall ihrem Hobby nachgehen, im Winter können mehr als 140 Ski- schulen und 50 Natur- und Kunsteisbahnen genutzt werden. Die mittelalterliche Städte Augsburg, Kaufbeuren und Nördlingen sind von großer Interesse für den, der an Kunst interessiert ist. Das zwischen Lech und Sulzbach gelegene Oberbayern mit den Bayerischen Alpen und dem wunderschönen Berchtesgadener Land ist mit den höchsten Bergen Deutschlands, der Zugspitze und dem Watzmann, das Dach Deutschlands. Dass dieses Bauernland auch eine reiche Kultur hat, wird der Besucher ebenfalls recht bald feststellen: Bauerntheater, Volksmusik, Singen und Tanzen, die kunst-, vollen Schnitzereien an den Häusern, die Volksfeste und die vielen Kirchen mit den Zwiebelturmspitzen, das Kloster Ettal, die Schlösser Nymphenburg und Herren- chiemsee sind nur wenige Beispiele. Die Metropole der Region und eine der bedeutendsten Kultur- und Kunst- metropolen ganz Deutschlands ist ohne Zweifel die Weltstadt mit Herz München (1,3 Mio. Einwohner), eine Metropole mit ganz besonderem Flair. Neben dem Nationaltheater gibt es hier dutzende Kleinkunstbühnen, die berühmte und überaus reichhaltige Pinakothek mit Kunstwerken aller Länder und Epochen, die Liebfrauen- kirche, eines der Wahrzeichen der Stadt, den englischen Garten, das Rathaus am Marienplatz, das deutsche Museum und das berühmte Hofbräuhaus, wo vielleicht das beste Bier mit der besten Weißwurst und den besten Brezeln angeboten wird. Nicht nur zur Zeit des Oktoberfestes wird für jeden ein Besuch Münchens unver- gesslich bleiben. 16. Fremdes und Eigenes. „Die Deutschen essen alles auf“ Was sagen junge Leute aus den USA, Griechenland und Japan über die deut- schen Ess- und Trinkgewohnheiten? „Alles ist sehr geordnet. Die Essenzeiten, die Speisen und ihre Folge variieren sehr wenig“, meint eine Griechin. „Die Haupt- mahlzeit in Deutschland ist das warme Mittagessen mit Fleisch, Salat und Bei- lagen. Das sind meist Kartoffeln, Nudeln und manchmal Reis. Gemüse kommt re- lativ selten auf den Tisch. Zudem kommt es häufig aus der Dose oder aus der Tief- kühlruhe“. Frisches Gemüse gibt es nach der Meinung der Befragten nur wenig. Den Fleischkonsum finden sie sehr hoch. „In den USA gibt es mehr vegetarisches Essen. Es ist schick, Vegetarier zu sein“. „In Japan isst man mehr Fisch, und man serviert alle Gerichte auf einmal, in Deutschland nacheinander. In Japan isst man ganz viele verschiedene Gerichte, pro Person fünf oder sechs. In Deutschland gibt es weniger und sehr viel davon“. Das kalte Abendessen, so zwischen 18 und 20 Uhr, finden sie typisch deutsch. In ihren Heimatländern ist das warme Abendessen wichtiger als das Mittagessen, und in Japan gibt es keine strikte Trennung in war- me und kalte Mahlzeiten. Das deutsche Frühstück finden die Griechen gut, weil sie normalerweise nur Kaffee trinken. Die Japaner und US-Amerikaner finden es langweilig, weil es immer aus Brot oder Brötchen, Butter, Marmelade, Wurst oder Käse besteht. Zu den deutschen Tischsitten meint die Japanerin: ,,Die Deutschen essen große Stücke, gestikulieren beim Essen, lassen nichts auf dem Teller übrig und essen alles auf“. Japanisches Essen finden sie ästhetischer, weil man nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit den Augen isst. Die Deutschen genießen das Es- sen ihrer Meinung nach nicht richtig, und die Mahlzeiten sind relativ kurz. An Sonn- und Feiertagen essen die Deutschen aber oft sehr gut. Generell geht man in Deutschland weniger ins Restaurant. „Die Amerikaner gehen dreimal in der Woche essen. Das kann auch zu McDonalds sein. Wenn ein Deutscher essen geht, geht er einmal in 14 Tagen oder einmal pro Woche richtig essen, wahrschein- lich, weil die Preise sehr hoch sind“. Bei den Trinkgewohnheiten fällt den Inter- viewten auf, dass man in Deutschland mehr Alkohol als in ihren Heimatländern, trinkt und zwar nicht nur zum Essen. „Die Gewohnheit, einfach zu trinken, ist bei den Griechen unbekannt. Durst mit Bier zu löschen, hat Eindruck auf mich gemacht. In Griechenland trinkt man das Wasser“. Und die Japanerin meint: ,,Vielleicht gehört Bier in Deutschland überhaupt nicht zu Alkohol“. Fragen 1. Was finden Sie gut/nicht so gut an Ess- und Trinkgewohnheiten in Ihrem Heimatland/in Deutschland? 2. Schreiben Sie einen Informationstext über die Situation in Ihrem Heimatland. 3. Nennen Sie das ungefähre Alter der Interviewten. 4. Was bedeutet für Sie eine gesunde Ernährung? 5. Wie oft in der Woche essen Sie Fleisch oder Fisch? 6. Wie oft essen Sie im Restaurant? Warum? 7. Gehen Sie lieber in einheimische oder in ausländische Restaurants? Warum? 8. Wann essen Sie warm (kalt)? 9. Geben Sie die Information des Textes möglichst frei wieder. Библиографический список 1. Долгих, В.Г. Федеративная Республика Германия : учебное пособие по страноведе- нию на немецком языке / В.Г. Долгих. М. : НВИ, 1997. 2. Козьмин, О.Г. По странам изучаемого языка. Немецкий язык : справочные материа- лы / О.Г. Козьмин, О.М. Герасимова. М. : Провещение, 1995. 3. Peter von Zahn. Deutschland. Eine touristische Bilderreise. Zieten-Verlag GMBH. 4. Tatsachen über Deutschland. Societäts-Verlag, Frankfurt/ Main, 2000. 5. Deutschland.de :Das Deutschland-Portal [Электронный ресурс] URL://www.deutschland.de/ (дата обращения 11.05.2011). 6. Германия [Электронный ресурс] // Википедия: свободная энциклопедия. URL://ru.wikipedia.org/wiki/Deutschland (дата обращения 11.05.2011)., Учебное издание

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Сборник текстов на немецком языке Учебно-практическое пособие к изучению курса страноведения Составила Пономарёва Елена Константиновна Начальник РИО О.Е. Горячева Редакторы Н.И. Копина, М.Л. Песчаная Компьютерная правка Н.И. Копина Компьютерная верстка М.Л. Песчаная Подписано в свет 12.05.2011. Гарнитура Таймс Уч.-изд. л. 1,65. Государственное образовательное учреждение высшего профессионального образования «Волгоградский государственный архитектурно-строительный университет» Редакционно-издательский отдел 400074, Волгоград, ул. Академическая, 1 http://www.vgasu.ru, E-Mail ist versteckt]
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DIGITAL CAMERA FinePix A204 SERVICE MANUAL EU/EG/GE/AS-Model WARNING Ref.No.:ZM00457-101
DIGITAL CAMERA FinePix A204 SERVICE MANUAL EU/EG/GE/AS-Model WARNING THE COMPORNENTS IDENTIFIED BY THE MARK “ ” ON THE SCHEMATHIC DIAGRAM AND IN THE PARTS LIST ARE CRITICAL FOR SAFETY. PLEASE REPLACE ONLY BY THE COMPONENTS SPECIFIED ON THE SCHEMATHIC DIAGRAM AND IN THE PARTS LIST. IF YOU USE WITH PA
SECTION 4 4.2 OP BLOCK ASSEMBLY <M3> BEWARE OF BOGUS PARTS Parts that do not meet specifications may cause trouble PARTS LIST in regard to safety and performance. We recommend that
SECTION 4 4.2 OP BLOCK ASSEMBLY BEWARE OF BOGUS PARTS Parts that do not meet specifications may cause trouble PARTS LIST in regard to safety and performance. We recommend that genuine JVC parts be used. SAFETY PRECAUTION Parts identified by the symbol are critical for safety. Replace only with speci
PARTS LIST ****************************** SAFETY PRECAUTION PACKING AND ACCESSORY ASSEMBLY <M1> 17 ! 11 LY20545-003C AC POWER ADAPTERAC POWER ADAPTER MA 8 ! 12 LY31583-002A BATTERY PACKAA-V37E 18 FINAL ASSY M2 13 LY20687-001A FILM COPY ADAP.
SECTION 4 # REF No. PART No. PART NAME, DESCRIPTION- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - PARTS LIST ****************************** SAFETY PRECAUTION PACKING
総合結線図 OVERALL WIRING
総合結線図 OVERALL WIRING SD USB & VIDEO LCD DMA DMA DMA PWA CN951 1 NC 2 FOCUS HP(K) 3 STM 1B 4 STM 1A 5 STM 2B 6 STM 2A 7 VCC3.3V 8 FOCUS HP(E) JW550 9 ZOOM ENCODER(K) LENS BLACK XKT(BLACK)10 ZOOM ENCODER(E) DMA XKT 1 11 IRIS(+) 12 IRIS(-) 13 SHUTTER(+) 14 SHUTTER(-) 2 15 ZOOM HP(E) TRANS 16 VCC3.3V ST
VAA34003 PARTS LIST修理部品表
VAA34003-R.3658.A 作成承認印 配布許可印 VAA34003 PARTS LIST修理部品表Copyright c 2004 by Nikon Corporation. All Rights Reserved. 無断転載を禁ず!! Printed in Japan December 2004 ����������������� ��������������� �������� ��������������� ��������������������� ������������ ������������ ��������������� ������������ ���������
VAA37001 VAA37121 Black PARTS LIST修理部品表
VAA37001-R.3664.A 作成承認印 配布許可印 VAA37001 VAA37121 Black PARTS LIST修理部品表Copyright c 2005 by Nikon Corporation. All Rights Reserved. 無断転載を禁ず!! Printed in Japan February 2005 VAA37001-R.3664.A (1) 636-085-2464(VAA37001) 636-087-3698(VAA37121) (10) 411-177-0906(VAA37001)x2 (10) 411-186-9808(VAA37121)x2 41
Block Name status No. Error Name Damage Media Error playback or not
- 0x0000 SUCCESS - APP_STATUS 0x01XX APPEXEC_STATUS 0x02XX SYDUMMY_STATUS 0x03XX DCFCOPY_STATUS 0x04XX 0x00 DCFCOPY_ABORTED - - - DCFDLIST_STATUS 0x05XX 0x00 DCFDLIST_ABORTED - - - DCFDNODE_STATUS 0x06XX DCFEDIT_STATUS 0x07XX 0x00 DCFEDIT_ABORTED - - - 0x01 DCFEDIT_COPY_DST_FULL - - - 0x02 DCFEDIT_C
Cabinet 1
Cabinet 1 VE299500 [for C-1] VE299400 [for D-100] VC177500 [for C-1] VC177600 [for D-100] VE352200 VJ211600 VC270100 [for C-1] VC268600 [for D-100] VE302900 VE299600 VC269600 [for C-1] 2 VC264000 [for D-100] VC159300 [for C-1]VC160200 [for D-100] VE300100 [for C-1] VC269800 VC269600 [for C-1]VE35260
I. OTHERS
I. OTHERS C-120/D-380 I. OTHERS BLOCK DIAGRAMS ... I-2 OVERALL... I-2 CAB(MAIN) ... I-3 CAA(LENS) ... I-4 CAA(CCD) ... I-5 STA(POWER) ... I-6 STA(FRASH) ... I-7 SYA ... I-8 CIRCUIT DIAGRAMS ... I-9 OVERALL... I-9 CAB(MAIN (GUI:Japanese)) ... I-10 CAB(MAIN (GUI:English)) ... I-11 CAB(LCD (GUI:Japanes
I. OTHERS
I. OTHERS C-150/D-390 I. OTHERS BLOCK DIAGRAMS OVERALL ...I-2 POWER SUPPLY... I-3 FLASH LAMP ...I-4 LCD BLOCK ...I-5 SYSTEM WIRING ...I-6 CIRCUIT DIAGRAMS FLASH ...I-7 POWER SYSTEM 2CELL ...I-8 PWB SYSTEM PWR/CONNECTOR ...I-9 xD CARD INTERFACE ...I-10 ASIC ...I-11 CCD/TG/AFE/VD ...I-12 RESET/CLOCK/T
I. OTHERS
I. OTHERS C-160/D-395 I. OTHERS BLOCK DIAGRAMS OVERALL ...I-2 CIRCUIT DIAGRAMS MAIN PCB 1 ...I-3 MAIN PCB 2 ...I-4 MAIN PCB 3 ...I-5 MAIN PCB 4 ...I-6 MAIN PCB 5 ...I-7 MAIN PCB 6 ...I-8 MAIN PCB 7 ...I-9 POWER PCB 1 ...I-10 POWER PCB 2 ...I-11 POWER PCB 3 ...I-12 POWER PCB 4 ...I-13 MOUNTING DIAGRA
F C
FC1WE132103 WE132026 VC959700 VJ272900 VE345600 3 VJ235200(J),(E) 3 VJ263300(U) A B VE362600 WE126266 2 VJ248600 VE347200 3 VJ237200 VJ248700 VJ235000(J),(E) WE126336 F VJ263000(U) 2 VJ235500(J),(E) VE344900 2 VJ264000(U) VE340400 C VE257200 D VE340600(J),(E) E VE348100(U) VE347300GD2VE339600(J),(E)
I. OTHERS
I. OTHERS C-2/D-230 I. OTHERS BLOCK DIAGRAMS ... I-2 OVERALL ... I-2 CA1(CCD) ... I-3 CA1(POWER)... I-4 CA1(STROBO) ... I-5 CA2(LENS) ... I-6 CA2(MAIN,LCD DRIVER) ... I-8 CA2(SY)... I-7 CIRCUIT DIAGRAMS ... I-9 OVERALL ... I-9 CA1(CCD) ... I-10 CA1(POWER)... I-11 CA2(MAIN) ... I-12 CA2(LCD)... I-13
REF NO PARTS NO DESCRIPTION REMARKS NOTE
ABCD1VC264800 1 VC264500 1 VE087400 VE085300 1 VE087700 VC265000 1 VE088200 1 VE088100 1 VC114700 VC264700 VC114200 1 VE087800 1 VC264500 1 VC116000 1 VC114700 VC264700 VE087600 1 VC114400 1 VE087900 VC264500 VC115700 1 VE088000 VC862300 VC115500 2 VE089900 VC116400 VC115600 2 VC265200(OLD) 2 VC1154
Cabinet 1
ABCDCabinet 1 VC875500 VC161800 VC163400 VC163100 VC264500 VC163400 VE042000 2 VC112100 VC264500 2 VE041800 VC860900 VC161300 2 VE180400 2 VC163600 2 VC161400 2 VC163000 2 VC264700 2 VC163900 2 VC162400 2 VC164300 2 VC16280022VC270500 2 VC264200 2 VC860400 2 VE186700 VC1634002 VC162900 2 VC162600 2
REF NO PARTS NO DESCRIPTION REMARKS NOTE
ABCDVE202800 VC264800 VC264500 VC265000 VC264700 VE203000 VC264700 VE202300 VE087800 VE087400VE202200 1 VC127000 VC114700 VC264700 VC935000 VE202400 VC114900 VC264500VE088000 VC114700 VC114800 VE202500 VE203700 VC265900 VE203100 VC265500 2 VC264500 VJ137600 VC115700 VE088500 VC126700 VC115500 VC8644
Cabinet 1
ABCDCabinet 1 VE310700 VC264500 VC266200 1 VC264500 VC264500 VE311500 VE209800 VE087400 VE087800 VE210000 VC266300 VE311100 VC114700 VC155300 VE202200 VC114700 VE089300 VE210200 VC114700 VC264500 VC114700 VC131300 VC130300 VE202500 VC131000 VC265900 VE310900 VE088500 VJ203500 2 VE203100 VC265500 VC1
Cabinet 1
ABCDCabinet 1 VE310700 VC264500 VC266200 1 VC264500 VC264500 VE311500 VE209800 VE087400 VE087800 VE210000 VC266300 VE311100 VC114700 VC155300 VE202200 VC114700 VE089300 VE210200 VC114700 VC264500 VC114700 VC131300 VC130300 VE202500 VC131000 VC265900 VE310900 VE088500 VJ203500 2 VC114900VE203100VC265
REF No. PARTS NO DESCRIPTION REMARKS NOTE
VE556200 2 KC196700 2 DL196100 B VJ332100(D-520ZOOM/D-520ZOOMS/ C-220ZOOM) VJ333200(DC-1)VJ375901(DC-2) VJ331400(C-2ZOOM) C VE347200 WE132059 DK799200 2 VJ333500 VJ333000 WE123106 D VJ235000ACVE344900 E VE400300 VE400100(C-2ZOOM) WE132059 VE402200(D-520ZOOM/ WE132059 VJ330500(C-2ZOOM) C-220ZOOM) VJ3
REF No. PARTS NO DESCRIPTION REMARKS NOTE
VE556200 2 KC196700 2 DL196100 B VJ332100(D-520ZOOM/D-520ZOOMS/ C-220ZOOM) VJ333200(DC-1)VJ375901(DC-2) VJ331400(C-2ZOOM) C VE347200 WE132059 DK799200 2 VJ333500 VJ333000 WE123106 D VJ235000ACVE344900 E VE400300 VE400100(C-2ZOOM) WE132059 VE402200(D-520ZOOM/ WE132059 VJ330500(C-2ZOOM) C-220ZOOM) VJ3
REF NO PARTS NO DESCRIPTION REMARKS NOTE
ABCDVE208600 VE209800 VC266200 VC130600VE210000 VE202200 VC264500 VE089300 VC264500 VC264500 VE209200 VE210200 VE087400 VC266300 VC114700 VE087800 VC129900[C-3030Z] VC264500 VC130300VE288600[C-3000Z] VC114800[C-3030Z] VE203100 VC131300[C-3000Z] VC114700 VC264500 VC131000 VE202500 VE088500 VC265900 V
REF NO PARTS NO DESCRIPTION REMARKS NOTE
ABCDVE208600 VE209800 VC266200 VC130600VE210000 VE202200 VC264500 VE089300 VC264500 VC264500 VE209200 VE210200 VE087400 VC266300 VC114700 VE087800 VE288600 VC264500 VC130300 VE203100 VC114700 VC264500 VC131300 VC131000 VE202500 VE088500 VC265900 VJ214700 VC114900 VC265500 VE202400 2 VC264500 VC11570
REF NO OLY NO OEM NO DESCRIPTION REMARKS NOTE
ABCDVE208600 VE209800 VC266200 VC130600VE210000 VE202200 VC264500 VE089300 VC264500 VC264500 VE209200 VE210200 VE087400 VC266300 VC114700 VE087800 VC129900 VC130300 VC114800 VE203100 VC114700 VC264500 VE202500 VC131000 VE088500 VC265900 VE210600 VJ140800 VC114900 VC265500 VE202400 2 VC264500 VC11570
I. OTHERS
I. OTHERS C-300 ZOOM / D-550 ZOOM I. OTHERS BLOCK DIAGRAMS ... I-2 OVERALL ... I-2 DMA(MAIN,LCD DRIVER) ... I-3 DMA(LENS)... I-4 CAA(CCD) ... I-5 ST1(POWER) ... I-6 ST1(STROBO) ... I-7 SY1 ... I-8 CIRCUIT DIAGRAMS ... I-9 OVERALL ... I-9 CP1(CAA)... I-10 CP1(DMA) FOR NTSC (J) ... I-11 CP1(DMA) FOR N
Cabinet 1
ABCDCabinet 1 VE375400 VE210000 VC264500 VC265000 VE089300 VC265300 VE209800 VE210200 VC177700 1 VC265300 VC266300 VE372100 VE371900 VE202200 VE087800 VC264500 VC177800 VE375600 VC265300 VE203100 VC130300 VC264500 VC131300 VC131000 VE202500 VC265900 VE088500 VE372500 VC178000 2 VC114900 VJ286600 VC2
Cabinet 1
ABCDCabinet 1 VE208600 VC264500 VC266200 VE210000 1 VC264500 VC264500 VE209200 VE210200 VE209800 VE087400VC266300 VE087800 VC130600 VC114700 VE202200 VC264500 VC129900 VE089300 VC114700 VC114700 VE203100 VC114700VC264500 VC131300 VC130300 VE202500 VC131000 VE088500 VC265900 VJ194400 VE210600 VC11490
PARTS LIST X-100 / D-540ZOOM / C-310ZOOM
2 VG020800(X-100) VG020700(D-540Z,C-310Z) 2 VG020400(X-100) VC265300 VG022900(D-540Z,C-310Z) 2 VG022300 2 VG022100 2 VG022500 VG022200 2 VG019800 2 VC265300 2 VG019900 2 VG020300 VG023300 2 VG020500 VG025700 VG021100 2 VG021200 VG023000 2 VG022400 2 VG020600 VC265300 VC266000 VG023500 VG025200 VG026