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Barlach im Gespräch ************************* Insel-Bücherei Nr. 762 Barlach im Gespräch Aufgezeichnet von Friedrich Schult Erschienen im Insel-Verlag In dem kalten Frühjahr achtundachtzig lief ich in den Straßen Hamburgs herum wie ein Tier, das in seinem Käfig unablässig gegen die Stäbe springt. In den Abendstunden zeichnete ich schon bei Hornung. Ich bekam Rippenfellent- zündung, genas nur langsam und wurde nach Norderney geschickt. Die Pension war mit ei- nem Hospiz verbunden und barg eine Menge junger Leute, die eine Menge Tollheiten und dummer Streiche an den Tag brachten. Im übri- gen le...
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Barlach

im Gespräch ************************* Insel-Bücherei Nr. 762,

Barlach im Gespräch

Aufgezeichnet von Friedrich Schult Erschienen im Insel-Verlag, In dem kalten Frühjahr achtundachtzig lief ich in den Straßen Hamburgs herum wie ein Tier, das in seinem Käfig unablässig gegen die Stäbe springt. In den Abendstunden zeichnete ich schon bei Hornung. Ich bekam Rippenfellent- zündung, genas nur langsam und wurde nach Norderney geschickt. Die Pension war mit ei- nem Hospiz verbunden und barg eine Menge junger Leute, die eine Menge Tollheiten und dummer Streiche an den Tag brachten. Im übri- gen lernte man allerlei voneinander und reiste so mit besseren Manieren wieder heimwärts. In Hamburg sah ich mich auf der Gewerbe- schule um. Ich wußte selber nicht, wohin es ging, und trug mich als Zeichenlehrer ein. Selbst mit Integralen versuchte man auf mich zu wirken. Um ebendiese Zeit hatte der Bild- hauer Thiele nur wenige Schüler und redete mir daher zu, den Schritt in seine Klasse zu tun. Mitbestimmend war vielleicht der wunderliche Umstand, daß meine Mutter bei einer beson- deren Gelegenheit mit seltener Überzeugung gegen mich geäußert hatte: »Du hast keinen Farbensinn!« So wurde ich Bildhauer., Thiele war ein sehr ferner Abglanz von Häh- nel. Das wenige, was an seinen Arbeiten zu lo- ben war, gründete sich auf diesen. Aber das wußten wir damals nicht. Wir bewunderten ihn vielmehr gebührend und waren wie frierende Lämmer andächtig um ihn herum, wenn aus dem immer gefälligen Ton eine auf den Tag und auf die Stunde schnell angeforderte Figur ebenso überraschend geschwind vor unseren sehenden Augen entstand und für gewöhnlich noch brühwarm hier- oder dorthin fortgetra- gen wurde. Das alles begab sich ohne Wider- spruch und gänzlich ohne jede Opposition. Wir sahen nur den einen mit rühriger Alltäglich- keit schnurgerade gepflasterten Weg sich in die Länge dehnen und keinen andern. Am schlimm- sten traf ich es jedoch im Zeichnen. Woldemar war Däne von Geburt und wußte von Carstens. Cornelius war sein beständiges Programm und Thorwaldsen die letzte Auszeichnung. Die Thorwaldsenschen Reliefs gab er nur seinen bevorzugten Schülern, und erst nach langer und saurer Mühe wurde ich gleichfalls für würdig befunden. So erinnere ich mich, daß er, jemanden, der mutlos geworden war, mit den Worten tröstete: »Sehn Sie sich Barlach an, der konnte anfangs überhaupt nicht zeichnen!«Von Cornelius waren es vor allem die Zeichnungen zu den großen Werken in München, Szenen aus dem Homer und andere mythologische Vor- würfe, die ich mit mehr Eifer als Inbrunst in mich fraß wie später die Anatomie, — so sehr, daß ich sie schließlich auswendig konnte wie Carstens die Antike; ja ich kann wohl sagen, jetzt erscheinen sie mir zuweilen wie ein Stück von mir selber. 1916 In Hamburg, bei Thiele und Hornung, im Winter 1888/89, bekam ich zum ersten Male Ton unter die Hände, und als ich daran gero- chen hatte, ging ich los wie ein Gaul, der die Trompete hört. Das Zeichnen hatte mir nie rechtes Vergnügen gemacht. 1919 Wir Jungen hatten es damals schwer. Niemand war in der Nähe, der uns etwas hätte sagen kön-, nen. Ja, da ich nichts Besseres vorfand, waren mir schon die gezeichneten Folgen von Allers, die mir zu Gesichte kamen, ein willkommener Anlaß, es ihm gleichzutun, so gut es eben ging. In Dresden und Paris habe ich unablässig ge- zeichnet; ich war wie jemand, der wahllos seine Flinte abschießt; es begann mich zu langweilen, ich wußte schließlich alle die Dinge auswendig. Da sah ich, als ich in Friedrichroda einen Jäger zeichnete, plötzlich die einfache Form. Wo ich früher zehn Linien gebraucht hatte, brauchte ich plötzlich nur drei. Es war wie ein Ruck; ich kann die Hand auf das Blatt legen. August 1920 Über die erste Reise nach Paris: Die Reise, die ich mit Garbers ohne jede son- derliche Vorbereitung unternahm, verlief nicht ohne den schicklichen Zwischenfall. Denn kaum waren wir auf französischem Boden, da wurden wir, vielleicht unserer ausgelassenen, verstiegenen Laune halber, Spionageverdach-, tes wegen festgehalten. Garbers, der vom Fran- zösischen nur wenig begriffen hatte, war kaum bestürzt. So blieb es daher mir mit den verle- genen Floskeln einer ebenso verlegenen Schul- grammatik vorbehalten, uns glücklich heraus- zupauken. Eben aber waren wir einige Wochen in Paris, da war mir Garbers, der sich gelehri- ger an die Welt und an die schnell gefundene Freundin hielt, bei weitem voraus, und da war ich es, der radebrechte. 1916 Ich war stundenlang im Louvre, aber nicht ei- gentlich der Form wegen. Ich hielt mich allen Ernstes für einen Literaten; ich arbeitete an ei- nem Roman und betrachtete alles als Studien dazu. Nur vor den Ägyptern war ich ergriffen, ohne daß ich indessen wußte, warum; aber ich lernte unbemerkt von ihnen. 1914 Meine Pariser Jahre sind merkwürdig un- fruchtbar. Es gebrach am Erlebnis. Was sich zutrug, begab sich bestenfalls als Rarität. 1896, ging ich nach Friedrichroda, lebte mit der Mut- ter zusammen, wurde häuslich, strich viel her- um, zeichnete, schrieb und befand mich weit besser dabei. Die einzige plastische Arbeit war ein Bronzerelief des Zarenpaares, ein Auftrag aus Anlaß seiner Thronbesteigung, den ich durch die Vermittlung meines Bruders Hans er- hielt, der mich einer russischen Gießerei als Pa- riser Bildhauer empfahl. Es wurde vervielfäl- tigt; ich bekam dreihundert Mark dafür. August 1920 Italien hätte mich umgeworfen, wenn ich Ma- ler gewesen wäre. Aber zu meinem Glücke war ich kein Maler. Besonders die Fresken. Mehr noch die Mosaiken. Die Mosaiken des Baptiste- riums zu Florenz. Unter einer gewissen Be- leuchtung treten die aus dem Felsen wie aus einem Element. September 1914 Italien hat mich nicht umgeworfen. Ich bin kaltblütig gekommen und gegangen. Ich war fast vierzig Jahre alt. In Florenz sind die Me-, diceergräber. Die Etrusker rührten mich. Aber sie bestätigten nur, was schon vorhanden war. August 1920 Über die schiefen Türme: Ich glaube, man hatte das ewig Senkrechte satt. Man wollte sich neu versuchen. Sind sie nicht wie ungeheure Wesen, die aus dem alten Him- mel schräg herniederfahren und so auf der Erde ankommen? 1915 Ich habe keinen Stammbaum. Mein Großvater war Pastor im Holsteinischen, mein Vater war Arzt. Wir hängen wohl mit dem Norden zu- sammen; auf jeden Fall steht mein Sinn mehr auf den Norden als auf den Osten. Ich fühle mich im Winter seelisch viel wohler als im Sommer. Italien und die ganze südliche Herr- lichkeit war mir von jeher widerwärtig. 1916 Eh ich nach Rußland ging, gab es, zum Leid- wesen meiner Mutter, ein großes Autodafe., Der Ofen platzte zwar nicht, aber er bekam Sprünge. August 1920 Auf der Strecke Charkow—Kiew saß mir ein russisches Ehepaar gegenüber. Ich hatte mich einigermaßen umgesehen, aber so echt war mir noch nichts vorgekommen. Vor allem die Frau. Ich habe sie einfach auswendig gelernt. In Charkow drang eines Morgens ein Betrun- kener lärmend in die Küche. Der Buchhalter meines Bruders, an den ich mich wandte, machte sich geschwind aus dem Staube und überließ den Eindringling mir. Da mir das Russische nicht geläufig ist, versagte jede noch so leichte Brücke der Verständigung, ehe sie überhaupt geschlagen war. Der Mensch stand schwankend am Geländer einer steilen Treppe und brach eine widerwärtige Flut von Wor- ten vor mir aus. Das währte eine ewige Zeit. Ich war der mancherlei politischen Umtriebe wegen auf alles gefaßt; ich wußte indes weder,, was er wollte, noch ob sein Vorhaben über- haupt eine Gefahr für mich sei. Das unausge- setzte betrunkene Gegurgel aber, der form- lose Brei von Lauten und Bewegungen und meine völlige Wehrlosigkeit dagegen lösten schließlich eine grenzenlose Wut und einen ebensolchen Ekel in mir aus, und während ich den Raum durchmaß wie ein Raubtier den Kä- fig, stand ich vielleicht drei Schritte vor einem Morde. Eine Eisenstange von der Gestalt eines Wurfholzes lag bequem zur Hand. Zu seinem Glücke ging der Mensch; er hatte bei aller Betrunkenheit am Ende eingesehen, daß eine Antwort von mir nicht zu erwarten sei. Am andern Tag erfuhr ich, daß es der beste Arbeiter meines Bruders gewesen, der diesem zum Namenstage seine Glückwünsche hatte bringen wollen. April 1916 Über den Wettbewerb um die Ausgestaltung des Hamburger Rathausmarktes: Der Entwurf von Garbers und mir erhielt in der ausgeschriebenen Konkurrenz den ersten, Preis und wurde hinter verschlossenen Türen Schilling übergeben. Garbers klopfte in der Folge tapfer an die Löwenhöhle und wurde angenommen. Als er indes beginnen wollte, von unserer Angelegenheit zu reden, wandte Schilling das Gespräch mit den Worten: »Er- lassen Sie mir das«, in eine andere Richtung. Alles in allem bin ich heute herzlich froh. Die Arbeit hätte mir viel Zeit weggenommen. So kam ich viel eher zu mir selbst. Auch von Garbers wurde ich frei. 1916 Als ich den Preis erhielt, war ich achtund- zwanzig Jahre alt. Ich bin mit meiner Mutter in den Ratskeller gegangen, wir haben gut zu Abend gegessen, und danach habe ich gut ge- schlafen. 1918 Von Wedel aus erschien ich für gewöhnlich mittwochs in Hamburg. Dort traf ich Garbers und Wohlers. Beide waren geborene Zecher. Ich saß dabei und trank Selterswasser. Und, doch kann ich wohl sagen, daß ich die Unter- haltung in der Hauptsache bestritt. Ich war eben inwendig betrunken; ich hatte das an- dere gar nicht nötig. In Blankenese fand ich mein Boot und ruderte bis Wittenbergen. Juni 1921 Zu den Skulpturen auf dem Verwaltungsge- bäude der Hamburg-Amerika-Linie: Neptun, seit je auf einer Muschel, von Rossen gezogen, war geschwind zur Hand. Das Mo- dell war überlebensgroß und wurde in dop- pelter Höhe in Kupfer getrieben. Der Auf- trag, der uns, als Trost und Entschädigung für den entgangenen Rathausmarkt, von dem Architekten Haller verschafft worden war, sah außerdem noch einige Steinfiguren vor. Zum wenigsten bekam ich Gelegenheit, mich im Pferdeschlachthaus umzusehn und nach den reichlich ausgesäten Köpfen mit Inbrunst zu zeichnen. Haller war leicht begeistert: »Das ist ja wie Phidias!« Die Figuren machte ich, da ich mit dem Hähneischen Gräzismus nichts anzu- fangen wußte, ganz auf meine eigene Weise;, Garbers, der mir über die Schulter sah, sagte bestürzt: »Mensch, das ist ja gotisch!«, und so wurden sie in dieser Form daher einfach ge- strichen. 1918 Der Neptun ist sieben Meter hoch. Als er oben stand, ging ich verlassen rings um die Alster, aber er wollte mir von keinem Orte recht ge- fallen. Von der Seite gesehen hat er bestenfalls eine gewisse barocke Würde. Dezember 1919 In meinen frühen Notzeiten, als ich schlech- terdings nicht wußte, wo ich mehr zu Hause war, in Hamburg oder in Berlin, hatten ein- flußreiche Freunde mich für ein Lehramt an der Altonaer Kunstgewerbeschule vorge- schlagen, sehr gegen den Willen des amtie- renden Direktors. Die Angelegenheit, die zu meinen Gunsten aufs beste vorbereitet war, sollte in einem abschließenden Gespräche zu dritt entschieden werden. Auf die letzte Frage des freundlich vermittelnden Bürgermeisters, jedoch, ob ich mich zu solchem Amte berufen glaube, antwortete ich mit einem kategori- schen Nein. Das gab den Ausschlag; meine Bewerbung wurde, sehr zu meinem Glück, in der Folge abschlägig beschieden. 1916 Als ich von Höhr entwichen war — man kann es wohl ein Entweichen nennen, wenn jemand nach knapp einem halben Jahr die Flinte ent- schlossen ins Korn wirft —, beschäftigte ich mich mehrere Monate hindurch mit allerlei verfehlten Entwürfen zu Grabdenkmälern. Um dieselbe Zeit, als ich die ersten russischen Ar- beiten schon ausgestellt hatte, erhielt ich eines Tages, mitten aus dem Blauen, den Besuch von Hermann Obrist. In Sportkleidung, da er mit sei- nem Wagen vorgefahren war, wodurch ich von ihm den Begriffeines reichen und noblen Herrn bekam. Nach längerem Hin und Her entschloß er sich am Ende zum Ankauf einer der Bettle- rinnen, ausgerechnet der besten, die er nach- gehends in München in Bronze gießen lassen wollte. Ich bekam zweihundertfünfzig Mark., Kopfschüttelnd betrachtete er bei dieser Ge- legenheit die wunderlichen Zeichnungen, die an den Wänden hingen, Zeichnungen, deren Architektur nichts weiter war als ein Ge- schwulst, und das Sonderbare war, daß er an einem Fremden verdammte, worin er selber sündigte. Ich schickte ihm die Plastik in der Folge zu, und da ihm, wie er mir brieflich versicherte, der leicht getönte Gips ausnehmend gefiel, wollte er auf den Guß zunächst verzichten. So hatte ich's nun freilich gar nicht verstanden, aber ich gab mich vorläufig darein, und das Modell blieb seitdem für mich verloren. 1918 Die Jahre 1890 bis 1906 sind herzlich über- flüssig. Mein väterliches Erbteil betrug zehn- tausend Mark; ich habe nahezu zehn Jahre davon gelebt. 1918 Alles, was ich gemacht habe, eh ich sechsund- dreißig war, kann ich leichten Herzens ver-, abschieden. Hier im Norden läßt die Natur sich Zeit. Ich bin jetzt in meinem besten Alter. Dezember 1919 Ich habe einmal in meinem Leben eine Vision gehabt, in Friedenau, in meinem Zimmer, während ich schreibend am Tische saß. Ich war den Umständen nach in der besten Ver- fassung, nachdem ich von Höhr gerade ent- wichen und meine Zukunft durch den Kon- sul Moeller zudem auf ein Jahr gesichert war. Als ich aufblickte und gegen die Wand sah, war es plötzlich da. Es war kein Gesicht, aber es war die starke Ankündigung alles dessen, was sich später in demselben Zimmer zutrug, und zugleich mehr als Ankündigung, gleich- sam als hätte ich's schon überstanden. Ich war vor großem Schrecken aufgesprungen und fand mich erst wieder, nachdem es ebenso plötzlich wieder verschwunden war. Mehrfach Vor dem abgestellten Kinderbett von Klaus: Ich habe damals, in meiner schlimmsten Zeit,, die letzten Groschen daran gewandt. Es ging mir so miserabel, daß ich mehr als einmal mit dem Jungen hätte von dannen gehen mögen. Ich war dazu bereit. Es hing an manchen Tagen nur an dem letzten Entschluß. 1916 Klaus, als er zwei Jahre alt war, konnte Frosch und Stern, die in demselben Teiche saßen, nicht zusammenreimen. Ich habe ihm erzählt: Der Frosch im Wasser sah den Stern am Him- mel und fragte: »Ist es da oben schön?« Der antwortete: »Ja, schön! Spring doch herauf!« Da sprang der Frosch hinauf, aber er fiel wie- der herunter, und da sitzt er noch heut. Da fragte der Stern: »Ist es im Wasser schön?« »Ja, schön!« antwortete der Frosch, »spring doch herunter!« Da sprang der Stern herun- ter, und da sitzt er noch heut. 1915 Ich habe zu keiner Zeit das besessen, was man Talent nennt. Mehrfach, Man lernt immer mehr, sich als ein bloßes Mittel zu betrachten. Bei den dümmsten Ver- richtungen, beim Händewaschen oder beim Zähneputzen, ist es plötzlich da. Es ist, als wäre die Arbeit in ein Schubfach gelegt und dort fertig geworden von vielen Händen, die sie uns höflich präsentieren. April 1918 Ich wische an manchem Abend hundert Zeich- nungen weg, eh ich eine einzige gelten lasse. Mehrfach Zu der Zeichnung ›Christus am Kreuz‹: Ich hatte den Abend hundert Sachen wieder ausgewischt. Ich war übermüdet. Dann ge- riet es in weniger als fünf Minuten. Ich war im Zweifel, ob ich's nicht wegkratzen sollte wie das übrige. Schließlich ließ ich's stehen. Dem Künstler fehlt, solange er arbeitet, der Abstand von seinem Werk. Es kommt hinzu, daß er in einer bestimmten Richtung sucht und alle anderen Lösungen ablehnt. November 1919, Das Porträt ist deutsche Befähigung. Das be- unruhigt mich zuweilen. September 1915 Über die Apostelfiguren des Güstrower Doms: Sooft ich davorstand, auf die Länge scheint es mir, als wären unterschiedliche Kräfte im Spiel. Die Köpfe, über das bestürzend Por- trätmäßige hinaus überall ins Große gehoben, sind aus erster Hand; was durchgehends auch von der Erfindung des Ganzen gelten mag. Wie ein über das andere Mal ein Fuß, für den kein Platz mehr war, eigenmächtig unterschla- gen wurde, das erlaubt sich nur ein Meister, der mit allen Wassern gewaschen ist. Im ein- zelnen aber verließ er sich auf seine Gesellen. Das ist denn auch danach. Bei den Händen und Füßen hier und da ist es gewiß nicht ohne Backenstreiche abgegangen. 1916 Zu jeder Kunst gehören zwei: einer, der sie macht, und einer, der sie braucht. September 1917, Mit meiner Plastik wirtschafte ich eigentlich ins Blaue hinein; es gibt keinen Raum dafür, und ich weiß nicht, wo sie am Ende bleibt; sie wird wahrscheinlich einmal zerstreut werden. Schließlich aber ist es doch nichts Geringes, daß es mir gestattet ist, mich auf meine Weise auszusprechen. Dezember 1919 Es mangelt mir an der großen Gelegenheit. Mir fehlt für meine Plastik der sakrale Raum. Vorläufig ist sie in Berlin noch am besten auf- gehoben. September 1920 Ich hatte heut einen merkwürdigen Brief. Ein Leipziger Buchhändler, namens Müller, der sich seinerzeit als erster zum Ankaufe des ›Ber- serkers‹ entschloß, fragt nach der Adresse von Dietzel bei mir an. Müller hat das Stück, das infolge unsachgemäßer Behandlung gerissen war — ein Riß, der sich später glücklich wieder schloß —, offenbar über Cassirer für zweitausend Mark erworben und in der Folge Dietzel über-, lassen. Dietzel, mit dem ich in Lübeck kurz zusammentraf, hat sich seiner, ich weiß nicht aus was für Gründen, wieder entäußern müs- sen, so ungern er sich davon trennte; wie ich bei dieser Gelegenheit erfahre, für den bemer- kenswerten Preis von sechzehntausend Mark, ohne daß er indes die Müllersche Rechnung beglichen hat. So geht die handelnde Welt mit den Dingen um, die uns einmal nahe am Her- zen lagen. Dietzel ist inzwischen gefallen; und Müller, dem ich nicht helfen kann, mag sehen, wie er zu seinem Rechte kommt. 1916 Ich darf mit gutem Rechte von mir sagen: ich habe meinen ganzen Krempel von der Straße geholt, nicht aus den Museen oder von der Akademie. Februar 1935 Was für Arbeit würde es mir machen, meine Modelle zu verpacken, wenn ich fortzöge. Ich müßte sie schlechterdings hierlassen. Ich habe in Berlin noch eine Reihe von Entwürfen ste-, hen, die ersten russischen Bettler, Studien aus der Wedeler Zeit, die ich ungern verschenken möchte. Aber ich habe den Namen des Bild- hauers, der sie in Verwahrung nahm, rein ver- gessen und weiß nicht einmal, wo sie sich jetzt befinden. April 1918 Die ›Gehenkte‹ ist mir lieber als der ›Moses‹. August 1919 Aus einem Gespräch im Preußischen Kultus- ministerium über das Kruzifix für Soldaten- friedhöfe im Osten: Man gab mir zu bedenken, es wäre schließ- lich doch auch zufragen, wie sich mein Christus mit dem Begriffe seiner göttlichen Herkunft schlechterdings vertrage. Ich antwortete: Ich habe noch keinen Gott gesehen! 1918 Während der Arbeit am Kruzifix: Das muß ich mir alles aus den Fingern saugen. Der schönste Akt, der hier hinge, würde mir, nur eine Faxe zeigen, die ich nicht brauchen könnte. Juni 1918 Besucherin, vor einer Plastik, geradezu: Herr Barlach, was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht? Barlach: So dürfen Sie nicht fragen. Wenn ich mir was dabei gedacht hätte, dann hätte ich das Zeug nicht mehr zu machen brauchen! Besucherin, nur noch beharrlicher: Aber, Herr Barlach, was ist denn das eigentlich? Barlach, kurz: Die äußere Darstellung eines inneren Vorgangs! Januar 1918 Um den ›Spaziergänger‹ befragt: Ja, das war ein Landmann, der zwischen Güst- row und Rostock zustieg. Er saß mir mit sei- nem mächtigen Leibe so unentwegt gegenüber, daß unsere Knie sich berührten; an Zeichnen war nicht zu denken. Es blieb mir nichts ande- res übrig, als ihn so lange aufs Korn zu nehmen, bis ich ihn schließlich auswendig konnte. 1920, Zum Grabmal Biesel (›Mutter Erde‹): Ich habe wenig dabei erübrigt. Die Unkosten waren hoch. Biesel dankte mir gerührt und unter Tränen. Dann sagte er: »Das Geschäft- liche regeln wir freundschaftlich.« 1928 Drei hamburgische Freunde trugen sich mit dem Vorhaben, den ›Träumer‹, der Barlach besonders am Herzen lag, gemeinschaftlich zu erwerben und ihn abwechselnd in Hut zu neh- men. Als Barlach davon erfuhr, sagte er ab- lehnend, da er sich nicht davon trennen moch- te : »Ich will es gerne glauben, daß sie an dem Stücke Gefallen haben: es sind die Wellen der mecklenburgischen Landschaft.« 1936 Über den geplanten Fries für die Lübecker Katharinenkirche: Wenn das Geschäftliche so weitergeht, setze ich bei allem guten Willen dabei zu und werde allgemach ein armer Mann. 1930, Über die ›Sitzende Alte‹ (Bronze, 1933): Es ist nur eine alte Frau, die nichts gelernt hat und alles weiß. 1931 Ich bin mit keinem Verleger in Frieden aus- gekommen. Kaum hat man's aus der Hand gegeben, da machen sie damit, was sie wol- len, und man kann noch von Glück sagen, wenn sie überhaupt wieder von sich hören lassen. 1935 Ich war mit Cassirer befreundet. Als ich ihn eines Tages, da ich, meines empfangenen An- teils halber, vor mir selber bedenklich war, um den Stand meines Kontos befragte, ant- wortete er mir ausweichend:»Sie sind einer der reichsten Männer Deutschlands!« Gleichviel aber, wie es auch gemeint gewesen, nach sei- nem Tode sagte man mir: »Sie stehen noch mit einem Guthaben bei uns von zwölftausend Mark.« 1935, Zu der bekannten Äußerung Goethes über die Trippeische Marmorbüste, er habe nichts da- gegen, daß die Idee, so hätte er ausgesehen, in der Welt bleibe: Ja, aber die Familie verlangt eben den Vater, wie er allenfalls aussieht, wenn er beim Karten- spiel vier Buben in der Hand hat. 1919 Über Thorwaldsens ›Segnenden Christus‹: Die Nachbarin, beteuernd: Das ist doch der Christus! Barlach: Das glaube ich nicht. Es ist nur dieser oder jener Oberlehrer, der Französisch kann und sich auf seine Zeitung versteht. 1916 Zu dem Holzschnitt ›Die Sargräuber‹: Das Blatt ist mir nicht zugefallen. Ich habe eine Woche daran gezeichnet, eh ich's fand. 1919 Das scheint mir der Zwiespalt bei Rodin. Er ist von der Idee reiner Plastik ergriffen, aber, gewissermaßen von außen und durch Betrach- tung—Gotik—her; er vergißt es wieder und ersetzt es durch Verve. Juni 1919 Der ›Victor Hugo‹ ist völlig unplastisch. Der Kopf, für sich allein genommen, ist gut. 1914 Auf die Bemerkung, daß man Lehmbruck als ei- nen jüngeren Bruder Rilkes ansehen könne: Aber das Rilkesche läßt sich durch das Wort besser greifen. Der Mensch lebt für mich nun einmal zwischen fünf und acht Fußlängen. 1919 Ich habe Lehmbruck einmal refüsiert. Wir standen vor dem ›Aufsteigenden Jüngling‹, wir standen alle ratlos herum. .Schließlich sagte Tuaillon: »Barlach, was meinen Sie ?«Ich konn- te mir nicht helfen, ich fand ihn einfach un- plastisch, ich mußte ihn ablehnen. Als Zeich- nung dagegen hätte ich mir's gefallen lassen. Februar 1920, Über einen zeitgenössischen Bildhauer: Er ist mir unsympathisch. Wenn er überfließt, fließt er aus Fremdem. Aus Indien oder China. Ist er allein, finde ich ihn sehr mager. 1917 Über einen zeitgenössischen Maler: Ein früher, gelegentlicher Besuch bei ihm hat mich mehr von ihm entfernt als mich ihm nä- hergebracht. Es war mir unerquicklich, wie eif- rig man, mit der Miene des Verkannten, mir Stück für Stück eines noch zweifelhaften Wer- kes vorwies, das man allzu geschwind schon unter den Aspekt einer beifällig urteilenden Nachwelt stellte. 1917 Über den Maler L. M.: Er lädt immer viel Pulver in seine Kanone, es gibt immer eine gewaltige Explosion. Er weiß nicht, daß man auch sanft sein kann und daß das Sanfte sehr oft viel lauter ist als aller Ka- nonendonner. April 1918, Über seine Dramen: Es ist so schön, daß niemand darum weiß. Für die Welt bin ich nun einmal der Bildhauer. Mein erstes Drama war ein Bauerndrama. Aber obwohl mir — in der Nähe von Wedel — die Leute fast täglich vor Augen waren, hatte ich doch das uneingeschränkte Bedenken, daß sie nicht echt genug würden. 1918 Zum ›Toten Tage‹ Die Mutter wollte den Knaben nicht hergeben. Auf diese Weise mußte ich früher oder später notwendig Gott für ihn werden. Das war der Anstoß. Unter den Händen wuchs die Idee von selber ins Mythische. November 1919 Auf die Frage, ob er an der Leipziger Urauffüh- rung des ›Toten Tages‹ teilnehmen werde: Das werde ich bleibenlassen. Niemand ist im Theater weniger am Platze als der Autor. November 1919, Den ›Findling‹ habe ich mir im Freien zusam- mengesucht. Ich weiß von jedem Stücke, ich weiß von jeder Wendung, die mir auf meinen Wegen einfiel, noch Strauch und Baum. Ich war in Berlin, um zu signieren. Man spielte die ›Sedemunds‹. Ich wurde wider meinen Wil- len in die Aufführung geschleppt. Der Logen- schließer wollte mich nicht anerkennen. Schließ- lich mußte er sich wohl oder übel dazu ver- stehen, mich auf den vorgesehenen Platz zu führen. Ich war, bei der gänzlich verfehlten Sti- lisierung, die den breiten Atem meines Stückes platterdings verstellte, in einer schrecklichen Lage. Als Jessner mich fragte, wie mir das Gan- ze denn gefallen habe, da mußte ich ihm ant- worten : »Was ich hier gesehen habe, hat nichts mehr mit mir zu tun!« 1921 Da lesen schon die Pfarrer und die Lehrerin- nen meine ›Sündflut‹ mit verteilten Rollen. Der ich doch nichts anderes im Schilde führte, als, nachzuweisen, daß die alte Fabel schlechter- dings absurd ist. 1932 Zu dem Drama ›Der Graf von Ratzeburg‹: Ich habe vier Stunden die Matthäuspassion ge- hört, eine Aufführung ohne Makel. Es lockt mich, etwas zu machen, was darüber und da- hinter ist. Ich lege manchmal etwas dazu. Januar 1934 Die Sagas, die Sie mir bringen, haben es mir angetan. Wenn es mir nicht an Zeit gebräche, hätte ich nachgerade Lust, das eine oder andere Stück in Holz zu schneiden. 1919 Klaus Groth ist mir von Kindesbeinen an ver- traut. Der ›Quickborn‹ gehörte im Elternhause zu dem täglichen Bestand. Mit Reuter kann ich, wenigstens im Augenblicke, wenig mehr be- ginnen. Brinckman, wenn er auch die geringe- ren Fäuste hat, ist in allem kräftiger und herber., An Jean Paul komme ich gut heran. Er kommt mir immer chinesisch vor, ich kann es nicht anders sagen. Es ist dieselbe Wirklichkeit und zugleich dieselbe Unwirklichkeit der Dinge. Ich habe in diesen Tagen den ›Grünen Hein- rich‹ wieder hervorgeholt. Das ist zuweilen wie ein Schnitt durch das Leben. Man sieht die Ein- geweide, man sieht, wie sie noch zittern. 1916 Raabe macht es mir schwer. Es mag an mir liegen; aber überall, wo ich mich gutwillig ihm öffnen wollte, fand ich ihn allzu verbartet und verkniffen. Einzig der ›Schüdderump‹ ist mir als umfänglicher und höher im Gedächtnis ge- blieben. 1917 Ich habe nacheinander Nettelbecks Lebensge- schichte und Balzacs ›Chagrinleder‹ gelesen. Mir gefällt der Nettelbeck bei weitem besser. Balzac ist ein ungeheurer Schriftsteller; er kann, mit vollen Fäusten heranbringen, um an die Dinge zu kommen, aber er bleibt eben nur ein großer Schriftsteller. Wie sicher, einfach und unbefangen ist dagegen der andere. März 1917 Ich habe auch den ›Oberst Chabert‹ gelesen. Das ist ungeheuer gut. Mehr wie aus Holz ge- schnitzt und ohne das Geschwafel der ›Frau von dreißig Jahren‹. Dieser Balzac steht ganz auf der europäischen Plattform. Das könnte, mit mehr oder weniger Abweichung, auch ein Deutscher oder ein Russe schreiben. April 1917 Däubler ist der Bewohner einer anderen Welt, eines anderen Sterns, der aus einem unerfind- lichen Grunde hierher zu uns geraten. Hier wird er notwendig zu einem Ungetüm. 1915 Über Sankt Georg in Wismar: Ja, es behagt mir, wie das verlassene, mächtige Gehäuse sich absetzt gegen den kahl ansteigen-, den, gänzlich ungepflegten Platz. Und immer waren, mit dem gewohnten Sturme, auch die lärmenden Dohlen um den alten Bau zu Hause. Das letztemal war ich mit Däubler da, mitten in der Nacht, nachdem wir im Ratskeller, bei gutem Wein und ebensolchen Reden, nach Kräf- ten eingeheizt. Er warf sich vor dem Turme auf den Bauch, und nur mit List war es mir möglich, ihn in seiner langen Suade zu unter- brechen und wieder auf den Weg zu bringen. Ich lese jetzt Li Tai Pe. Der ist mir viel, viel näher als Däubler. April 1917 Ich sah zwei Ausstellungen chinesischer Kunst. Das ist so deutsch. Man denkt an Holbein. April 1917 Die alten Chinesen, die Sie mir bringen, kom- men mir in einer Zeit wie dieser gerade recht. Wie es mir denn überhaupt bisweilen scheinen, will, als wäre unter allen Völkern der Welt ge- rade das chinesische uns am nächsten verwandt. Zu den koreanischen Minggräbern: Wenn ich das sehe, habe ich das Gefühl: daher kommst du. Es ist, als ob dort meine wahre Heimat wäre. In solchen Augenblicken bin ich geneigt, an Seelenwanderung zu glauben. September 1918 Man hat mir freundlicherweise das Einsteinsche Buch über Negerplastik auf den Tisch gelegt. Unter den Abbildungen sind einige wunder- schöne Sachen. Natürlich darf man Einstein nicht lesen; er ist unerträglich, man stampft mit den Füßen. Wer mir das ins Gesicht sagt, den schlage ich tot. Ich ignoriere ihn. März 1917 Schiller ist heroisch, Goethe nicht. Es mangelt ihm an Tragik. Der Untergang fehlt. Ein rosi- ger Greis ist abscheulich. Der Tod auf dem Misthaufen ist einanständiger Tod. August 1920, Ich habe mich längst an die Vorstellung ge- wöhnt, daß ich einmal im Chausseegraben ster- be und nicht im weichen Bett. Januar 1934 Über den Laufkran der neuen Werkstatt: Es wäre die beste Gelegenheit, wenn man mich hängen wollte! Ich seh mich schon daran bau- meln. 1932 Nachdem die Konzentrationslager zu statuten- gerecht verwalteten Behältnissen geworden, worin der angeblich begnadete Teil der Nation den unbegnadeten beim Genicke hat, mag ich nicht länger schweigen. Wo anders wäre denn der Platz, an dem wir getröstet würden, als mit- ten unter den Verfolgten und Bedrängten! April 1933 Ich fürchte sehr, daß die Magdeburger Affäre schlecht für mich ausgeht. Ist das Werk aus der immer noch gültigen Freistatt des Domes erst entfernt, dann tut es schon die erste beste Axt. April 1933, Mit drei oder vier Jahren war ich eines Tages auf die Fensterbank geklettert und fand Ver- gnügen daran, um das Fensterkreuz zu laufen, bis die erschrockenen Eltern mich auf das Ge- schrei der Nachbarn hin in Sicherheit brachten. Man hat mich zweimal für einen Schneider ge- halten. Einmal in Paris. Ein Schneider schloß sich mir in einer Wirtschaft an und begann ein Gespräch mit mir, als ob ich seit Jahren Schere und Nadel geführt hätte. Schließlich wurde auch Garbers, der darüber zukam, zu seinem Vergnügen gleichfalls hineingezogen. Das andere Mal in Berlin. Ich ging noch spät, weil mich plötzlich der Ekel packte, in ein ab- gelegenes leeres Cafe. Nach und nach fanden sich mehrere Gäste ein, die beharrlich an mei- nem Tische Platz nahmen. Als ich schließlich aufstand, traf ich auf allseitiges Verwundern und erfuhr, daß man mich eine geschlagene Stunde als Mitglied der Schneiderinnung ange- sehen hatte. 1915, In meinen ersten Güstrower Jahren wurde ich, recht zur Unzeit, von einem unerwartet zuge- reisten Ehemanne überfallen, mit dessen Frau ich in meinen hamburgischen Zeiten nahe be- freundet gewesen war. Er zog mich aus der Werkstatt, da es ihm unter meinen Puppen offenbar nicht sonderlich geheuer war, mit ge- spielter Vertraulichkeit in den Ratskeller und belästigte mich schon nach der ersten Flasche, und je länger, desto mehr, mit den widerwär- tigsten Empfindlichkeiten und Verdächtigun- gen. Als ich mich endlich von ihm lösen konnte, lief ich nächtlicherweile um die Schanze, und da ich mich allein glaubte, entband ich meinen Zorn und brach in hemmungslosen Selbstge- sprächen in die lautesten Verwünschungen aus, die keinen Zweifel daran ließen, daß ich den Unhold nicht ungern erschlagen hätte. Dar- über wurde ich unversehens von einer Gruppe junger Burschen angehalten, die mich auf platt- deutsch zur Rede stellten und wissen wollten, wo der Ermordete läge. Ich wußte mir nicht anders zu helfen, ich griff in die Tasche und drückte jedem einen Taler in die Hand; sie ga-, ben sich zufrieden, und ich konnte ungehindert entweichen. 1917 Ich habe in Berlin einige unruhige Nächte gehabt. Es war ein Kommen und Gehen und ein ewiges Türenschlagen. Erst als ich abreiste, merkte ich, daß ich als einziger Zaungast mitten in das re- nommierteste Absteigequartier geraten war. Man hat auf meinen Bart gescholten. Man mein- te, es wäre keiner. Was sollte ich groß dagegen sagen? Ich habe geantwortet: »Mir genügt er.« Im Traume fliege ich oft, und zwar auf zweier- lei Weise, entweder dicht über den Erdboden hin — wie man in flachem Wasser schwimmt — oder schräg gegen Bäume ansteigend. Mehrfach Es wird uns nichts geschenkt. Man hat mich, auf dem Umwege über die Flotows, mit einer, Hirschkeule bedacht. Ich trug sie heimlich auf die Bodenkammer. Es ist schon abenteuerlich genug, mit meiner Mutter, die mir leuchtet, noch spät hinaufzusteigen. Nun plagen mich obendrein die abscheulichsten Träume, ich hät- te eine Leiche eingehandelt, von der ich, unter den schrecklichsten Qualen, daß ich darüber erwischt werde, je nach Bedarf ein Stück her- unterschneide. Winter 1917/1918 Ich bin in einer wunderlichen Verlegenheit. Da meine Mutter bei ihrem zunehmenden Alter al- les Überkommene entschlossen von sich abtut und nichts anderes mehr an seine Stelle setzen kann, so bin ich, ganz wider meinen Willen, nach Gelegenheit nicht selten genötigt, die or- thodoxe Lehre nach Kräften zu verteidigen; lediglich die Kraft der Form zwingt mich dazu. Alle Religion, alle Form ist nur Sprache, nur ein Versuch, das Weltgefühl aus uns herauszustel- len. Daher hat jeder auf seine Weise recht. 1914, Es ist nicht anders: einzig unser menschliches Verschulden ist der Orgelpunkt aller Kunst und aller Religion. Dezember 1919 Die Spanier hielten die Eroberung Mexikos al- len Ernstes noch für ein gottseliges Verdienst. Und niemand rächt das, wie auch Karthago nicht gerächt wurde. Die kosmische Mühle mahlt eben anders, als alle Geschäftsleute glau- ben. Juni 1919 Welch ein gräßlicher Ort ist noch der Hades, wo die abgeschiedenen Seelen faul und taten- los herumlungern. Es ist doch das einzig Er- trägliche an unserer Existenz, daß wir einmal ausgelöscht werden. Aber alle halten sie sich für die Krone der Schöpfung! April 1918 Wenn man Beziehungen zur Geisterwelt über- haupt haben kann, dann müßte ich sie haben., Das ist ja das wundervoll Tragische an allem Großen, daß es einmal aus der Welt fort muß. Der Gott, dem es einfiele, uns als belastete Ge- spenster weiter am Leben zu lassen, wäre ein Stümper und verdiente, daß man ihn bei den Ohren aufhängte. November 1919 Ich glaube nicht, daß man die Persönlichkeit mitnimmt. Die Persönlichkeit ist keine Befrei- ung, sie ist Begrenzung; es ist die Falle, in der wir stecken. November 1920 Man kann den Menschen recht gut als einen Versuch der Natur betrachten, der fehlgeschla- gen ist, wie es eine Reihe von Formen gibt, die sie wieder fallenließ. Das Tragische ist nur, daß noch der Weg empfunden wird, das Ziel, nach dem sich Tausende bewegen, wie der Magnet vom Pole angezogen wird. Und alle, die darum wissen, die haben an dem Unglück zu tragen. Juni 1921, Auf dem Kirchhofe von Badendiek bei Güst- row: Man möchte sagen: lieber hier begraben sein als anderswo leben. Juni 1919 Man unterhielt sich über die mancherlei Mög- lichkeiten, die ein vorhandener Reichtum dem Menschen allenfalls gestatten würde. Man frag- te mich nicht. Ich hätte geantwortet: ›Ich würde die Kunst an den Nagel hängen, nach Island gehen und Fischfang treiben.‹ Es gibt eben Dinge, die einfacher und größer sind als alle Mühe um die Form. 1916, Lebensübersicht Ernst Barlach wurde am 2. Januar 1870 in We- del in Holstein als Sohn eines Arztes geboren. Seine Kinder- und Schulzeit verbrachte er in Ratzeburg und Schönberg. Als er vierzehn Jahre alt war, starb der Vater und ließ die Mut- ter mit vier Söhnen zurück. In Barlachs Ver- wandtschaft war Malen, Zeichnen und Schrei- ben als Nebenbeschäftigung keine Seltenheit, bei ihm selbst wurde dieser Formtrieb bestim- mend. So bezog er 1888 die Gewerbeschule in Hamburg und besuchte von 1891 bis 1895 die Dresdener Akademie als Meisterschüler von Robert Diez. Während eines Studienaufenthal- tes in Paris von 1895 bis 1896 beschäftigte er sich mehr mit literarischen Plänen und mit Zeichnen als mit Bildhauerei; 1897 folgte eine zweite Reise nach Paris. Nach wechselndem Aufenthalt in Hamburg, Berlin, Wedel und Höhr im Westerwald, wo Barlach als Lehrer an der Fachschule für Kera- mik arbeitete, lebte er wieder in Berlin. Im August und September 1906 unternahm er, auf Anregung eines seiner Brüder, eine Reise nach, Rußland. Von 1907 bis 1910, mit Unterbre- chung durch einen einjährigen Aufenthalt in Florenz, war er abermals in Berlin, wo er mit Paul Cassirer und den Kreisen der Sezession erneut in Verbindung trat. Seit 1910 wurde Barlach in Güstrow, wohin seine Mutter verzogen war, für immer seßhaft. Hier entstand der weitaus größte Teil seiner Plastiken, der Zeichnungen in Einzelblättern, der Folgen in Holzschnitt und Steindruck so- wie der Illustrationen fremder und eigener Wer- ke. Daneben traten, den Abend- und Nacht- stunden abgewonnen, seine Dramen und Prosa- schriften. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus begann, zunehmend von 1933 an, die Diffamie- rung Barlachs, in deren Verlauf seine Werke und Mahnmale von ihren Standorten entfernt wurden. Am 24. Oktober 1938 erlag Ernst Barlach in einer Rostocker Klinik einem durch die Bitternis und Qual dieser Jahre verstärkten Herzleiden., 14. bis 28. Tausend Gesetzt und gedruckt von C. G. Röder, gebunden von Paul Altmann, beide in Leipzig Schrift: Garamond-Antiqua Lizenz Nr. 351/260/68/63]
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